Schreiben mit Hubert, neue Brille, Frisör und Gedanken zu meiner Arbeit
Am Sonntag hatte ich es nicht mehr geschafft zu bloggen und dann dachte ich zunächst, dass ich es diese Woche ganz ausfallen lasse. Aber nachdem ich jetzt gesehen habe, das Beate noch gebloggt hat, will ich jetzt auch noch ein paar Zeilen schreiben. Ich bin noch ganz dankbar und erfüllt von unserer Schreibgruppe mit Hubert. Ehrlich gesagt hatten wir an dem Tag keine gute Stimmung. Was uns sonst nicht schwerfällt, nämlich im lebendigen Austausch zu sein, wollte sich an dem Tag nicht einstellen. Beide waren wir etwas verstockt und nicht so gut gelaunt. Hubert hatte auch etwas Angst vor dem, was auf ihn zukommen würde. Aber dies war unbegründet. Ihr habt uns so einen schönen Empfang gemacht, den Tisch so hübsch dekoriert und allerfeinste Sachen aufgetragen. Das war schon mal ein richtig schöner Start. Heike hat Hubert schnell die Angst genommen und sehr empathisch und wertschätzend die möglichen Vorbehalte angesprochen und dadurch auch genommen. Jedenfalls haben wir uns doch gut geschlagen und ich fand es gar nicht so fremd mit ihm in der Gruppe. Ich war zwar nicht so inspiriert und das Schreiben floss nicht wirklich leicht, aber das ist ja auch nicht die Erwartung. Zu Hause angekommen haben wir noch einen Sekt aufgemacht und die Stimmung war erleichtert und das Gespräch wieder im Fluss. Danke nochmal für den schönen Nachmittag.
Die Woche vor dem Sonntag ist schnell erzählt. Am Montag konnte ich meine neue Computerbrille abholen. Wie so oft bei neuen Brillen, fühle ich mich fremd darin. Ich trage sie jetzt öfter auch zu Hause oder bei meinen Patientengesprächen, um mich zu gewöhnen. Linedance Montags und Yoga Mittwochs wie immer. Mittwoch war ich das erste mal bei einer Osteopathin wegen der Schmerzen in Hüfte und Kreuzbein bei längeren Laufstrecken. So intim bin ich noch nie von einer Therapeutin angefasst worden. Stichwort: Lockerung des Steißbeins. Ich glaube nicht, dass mir die Behandlung sehr hilft, aber ich lass mich auf noch 2 Sitzungen ein und schau mal. Am Freitag Frisör, wieder bei der Mitarbeiterin meiner eigentlichen Lieblingsfrisörin. Dieses mal gefällt es mir nicht so gut. Mal sehen, ob ich mich auch daran gewöhne. Am Freitag Praxiseinweihungsfeier von unserer Nachbarin Barbara, die in einer wunderschönen Altbau Praxisgemeinschaft jetzt einen Therapieraum hat, wo sie Psychotherapie mit Erwachsenen macht. Wenn ich so schöne Praxisräume sehe, denke ich manchmal, warum ich nicht diesen Weg eingeschlagen habe. Ich könnte theoretisch immer noch, aber ich hätte das Gefühl, dass ich die Ärmsten der armen Patienten im Stich lasse, um reiche neurotische Städter zu therapieren, überspitzt ausgedrückt. Mein Klientel besteht ja hauptsächlich aus Familien aus einem anderen Land, in dem sie nicht mehr bleiben konnten, die existenzielle Schwierigkeiten haben. Krankheit, Behinderung, keine Arbeit, keine Therapieplätze, beengte Wohnung oder Asylheim. Unsere Untersuchungen und Gutachten sind nötig, damit etwas voran geht und die Kinder eine gute Behandlung erfahren und die Eltern verstanden werden. Das ist manchmal Knochenarbeit und hat kaum etwas mit Gesprächstherapie mit gebildeten und deutschsprachigen Erwachsenen zu tun. Schließlich am Samstag bei Josef Hader. Massenhaft Menschen, die entweder zu laut lachen oder riechen. Man ist es gar nicht mehr gewohnt. Die Vorstellung sehr durchwachsen. Ich würde ihn mir jetzt nicht noch mal ansehen.
Ich freu mich sehr über dein Feedback! Mir hat es so gefallen, dass Hubert immer dabeisein könnte, nur dann sind wir keine Frauengruppe mehr. – Dass ihr nicht in Fluss wart: auch das darf sein, auch wenn es eine der schwierigsten Übungen ist. – Deine Frisur hat mir gefallen. – Deine Behandlung – ohweh! – Von Computerbrille muss ich mehr erfahren. Ob ich die auch brauche? Ich nehme Gleitsicht für alles, suboptimal. – Den Gedanken mit eigener Praxis kann ich gut nachempfinden. Wie du denke ich aber, du bist in deinem Feld so erfahren. Diese Menschen brauchen jemanden, der sich auskennt – auch mit den Grenzen der Möglichkeiten!
Wie schnell Hubert sich auf uns einlassen konnte und wir uns auf ihn, war bemerkenswert. Es war, als sei er schon ewig bei uns. Deine letzte Frisur war pfiffiger. Zum Steißbein kann ich auch eine Geschichte erzählen, diese Behandlung war mehr als intim. Mir hat die Behandlung übrigens sehr geholfen.