Rituale, Gansessen bei Pfetschers, Schnee und Einstieg in den Advent bei Heike

Wieder eine Woche vorbei. Neben dem montäglichen Linedance und dem mittwöchlichen Yogakurs war ich zum dritten mal bei meiner Osteopathin. Sie hat gemeint, sie kann jetzt nichts mehr für mich tun, alle Verspannungen wären gelöst, aber ich müsste jetzt selber was tun. Sie hat mir eine ganze Reihe von Dehn- und Muskelübungen gezeigt, die ich jetzt JEDEN Tag machen soll. Ich fand es gleich völlig unrealistisch, will aber nicht sofort aufgeben, sondern übe jetzt ab und zu das aufgetragene Pensum. Angeblich brauche ich mehr Bauchmuskeln, um meinen 5. Wirbel zu entlasten und muss meine verkürzten Hüftbeuger dehnen. Außerdem hat sie mir sehr zum Krafttraining im Fitnessstudio geraten. Ich bin noch am überlegen, ob ich das in mein Leben einbauen kann und will. Mittwoch begann die Heim- und Handwerkmesse und ein Ritual von Hubert und mir seit Beginn unserer Beziehung ist, dass wir auf die „Food & Live“, gehen, ein Messezelt mit allen möglichen kulinarischen Leckereinen und Weinständen. Wir trafen uns am Nachmittag nach seiner Arbeit in der Messestadt und schlenderten herum, machten eine Weinprobe und kauften italienische Süßigkeiten und Käse. Ebenfalls ein Ritual seit Beginn unserer Beziehung ist das alljährliche Gans-Essen bei Sascha und Patricia. Sie machen die Hauptspeise, das andere Paar und wir wechseln uns jährlich ab, wer die Vorspeise und wer die Nachspeise macht. Diesmal hatten wir den Auftrag der Nachspeise. So bereiteten ein Pflaumencrumble vor und machten uns mit Bus und Bahn auf den Weg zu den Pfetschers. Während wir aßen und tranken, schneite und schneite es draußen, so dass für die Rückfahrt keine Busse mehr fuhren. Wir marschierten dann fast eine halbe Stunde durch den tiefen Schnee, gemeinsam mit dem anderen Paar (Julien und Katja) zur nächsten U-Bahn. Das war das Highlight des Abends, denn dieser war zwar nicht ausgesprochen misslungen, aber meiner Meinung nach nicht wirklich schön. Obwohl alles perfekt vorbereitet war, kamen wir nicht in ein vertieftes Gespräch. Alle Themen waren so schrecklich oberflächlich, dass ich, verstärkt durch den vollen Bauch, unglaublich müde wurde und mich regelrecht bis Mitternacht durchgequält habe. Leider ist es immer wieder so, dass die pärchenweisen Treffen so oberflächlich sind, dass ich darüber ganz unglücklich bin. Wie kann ich es schaffen, dem Abend eine andere Note zu geben? Ich will das so nicht mehr haben. Das Wochenende verlief anders als geplant. Die Schreibgruppe am Samstag und die heutige Kleingruppe wurden beide wegen der Schneemassen abgesagt. Der Einladung Heikes, den Honigkuchen trotzdem mit ihr zu verspeisen und gemeinsam ein adventliches Teetrinken zu genießen, bin ich freudig gefolgt, zumal die U-Bahn zum Glück ihren Dienst nicht eingestellt hatte. Wie gut es geduftet und geschmeckt hat. Nirgendwo genieße ich Gebäck mehr als bei Heike. Die Lebkuchen sind so was von einmalig, der Wahnsinn, auch zusammen mit dem selbst gebrauten Chai. Wie anders die Gespräche mit Heike sind. Solch ein Zusammensein nährt nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Der Heimweg war, wie auch der Hinweg zauberhaft durch die tief verschneite Klugstraße stapfend. Eine Frau fuhr sogar mit Skiern auf dem Gehweg. Als ich nach Hause kam, hatte Hubert die Wohnung schon adventlich geschmückt mit Adventkranz und dem leuchtenden Stern am Fenster und war am Kochen. So schön kann der Einstieg in den Advent sein. Die gewonnene Zeit durch Ausfall der Kleingruppe habe ich heute mal ausgiebig im Bad verbracht, Haaransatz färben und rundum pflegen. Jetzt will ich noch schnell die fertige Waschmaschine aufhängen. Am Abend gehen wir auf den Weihnachtsmarkt am Viehhof.

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Vielleicht lerne ich demnächst bzgl. paarweisen Treffen dazu, bin bald klüger als jetzt und kann dich dann beraten? Was du zu unserem Adventstee schreibst berührt und freut mich. Wie köstlich: Eine Skiläuferin auf dem Fußweg! Meine Wege heute – fälschlich gewhatsappt – zu Fuß aber weniger dramatisch, die Luft weniger kalt als befürchtet. Dein Sportprogramm halte ich für absurd. Ich werde bei entsprechenden Empfehlungen an dich denken und daran, dass ich’s nicht persönlich nehme! Wenn du all das befolgst, ist das kein Leben mehr. Wenn dir Bauchmuskulatur fehlt, weiß ich, warum ich meine gar nicht erst begutachten lasse.

  2. Beate sagt:

    Diese Woche war- wie so oft in der Adventszeit mit kulinarischen Genüssen gefüllt. Die Stände auf der Messe klingen für mich attraktiver als das Gansessen. das scheint ja auch in anderer Hinsicht ermüdend gewesen zu sein, ich habe schmunzeln müssen, als ich es las. Was die Empfehlungen deiner Osteopathin angeht, klingt überaus anstrengend, wenn nicht unrealistisch, vor allem klingt es danach, dass sie nicht wirklich weiß, was Dir fehlt (wenn ich das so vermessen kommentieren darf?)

  3. Renate sagt:

    Die oberflächlichen Gespräche scheinen immer wieder Thema zu sein. Der Schnee war wunderschön. Du hattest Glück mit der U-Bahn. Bauchmuskeln zu trainieren ist der Tipp schlechthin, der auch mir gegeben wurde. Nur mach ich’s nicht. Abgesehen davon wundert es mich, dass der Ratschlag von einer Osteopathin kam.

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