Eine bewegte Woche

Am Freitag hatte ich einen freien Tag. Einen freien Tag nach vier Tagen Dauerprogramm. Erst ein Cafebesuch, mit Weißwurst und Mandelapfelkuchen, ein Abstecher auf den mittelalterlichen Christkindlmarkt, dem folgte  Eierpunschtrinken auf dem Christkindlmarkt der Residenz, mit Traudl. Marina, eine ehemalige Kollegin hat eingeladen, ihren Rentenantritt zu feiern. Bis auf eine junge, ehemalige Kollegin mit Kind waren nur Rentnerinnen da. Bei leckerem Kuchen und würziger Suppe lebhafte Gespräche quer über den Tisch. In der Pâtisserie Isabella feierte Ingrid ihren 70.Geburtstag. Wir waren vier Frauen, eine hatte Corona, zwei waren schon am Freitag bei Ingrid eingeladen. Brunch mit glutenfreien Lebensmitteln, da Ingrid Zöliakie hat. Es hat sehr gut geschmeckt und die Unterhaltung war leicht und angenehm. Laut Einladung sollte über das Alter diskutiert werden, mit praktischen Lösungsansätzen. Brigitte, bald 80, sehr flott, 3 Kinder, einige Enkel, sehr zugewandt, sportlich, interessiert, witzig und aufgeschlossen, ist eine Frau, die sich als Vorbild gut eignen würde. Sigrid, etwas jünger als Brigitte, war anfangs sehr gehemmt. Sie ist die Cousine von Ingrid. Sie war nie verheiratet, sondern lebte, allerdings in zwei Wohnungen, mit ihrer eineiigen Zwillingsschwester. Ihre Schwester starb vor 10 Jahren im Johannes-Hospiz. In der Frauenkirche zündete sie eine Kerze, mit leisen Worten an ihre Schwester, an. Ein sehr bewegender Moment. Die Besteigung auf einen der Frauentürme,  70 Stufen mussten wir steigen, dann trug uns ein Aufzug nach oben. Rundblick über München durch viele Fenster. Zum Programm gehörte abschließend ein Besuch am Christkindlmarkt in der Residenz. Sigrid hatte inzwischen ihre Scheu überwunden und wurde recht leutselig. Zweiter Eierpunsch in dieser Woche für mich. Wie immer Kindertag am Donnerstag. Die Schultasche von Emilia war extrem schwer, was mir am nächsten Tag erhebliche Rückenprobleme machte. Emilia klagte auch über Rücken, deshalb trug ihn die Oma. Lange am Nymphenburger Kanal gewesen. Luis und Emilia warfen unermüdlich Schneebälle auf das Eis. Ein junger Mann drehte als einziger auf Schlittschuhen seine Runden auf dem Kanal, trotz Hinweisschildern. Muttertag! Sylvie erzählte erstmal viel, vom mehrmaligen Schneeräumen, von Lawinen vom Dach, die wie Beton waren, von ihrer Schwester, die auf das Gesicht gestürzt ist und sich dabei die Nase komplett zerstört hat. Eine komplizierte OP hat sie hinter sich. Mit Mama, deren Interesse eher gering war, das Haus adventlich geschmückt. Heute nach langen Jahren in einen evangelischen Gottesdienst gegangen. Es war ein Gottesdienst mit Stubenmusi und Mundartgedichten. Ich mag diese Melodien mit Hackbrett, Ziehharmonika und Gitarre sehr. Die Predigt sprach mich an. Die Frau neben mir fragte mich am Ende ob ich noch mit zum Frühschoppen in den Stadel komme. Das wollte ich nicht.

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2 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Erstaunlich, mit wie vielen Frauen du dich diese Woche getroffen hast. Weihnachtsmärkte sehen zwar schön aus und gehören dazu, aber ich finde das Rumgestehe in der Kälte unattraktiv genauso wie die süßen Glühweine. Wie kann es sein, dass Emilia mit ihrem Korsett so eine schwere Büchertasche tragen muss?

  2. Heike sagt:

    Diese Woche klingt nicht nur bewegt, sondern einige dieser lebhaften Szenen regen zum Nacherleben an. Auch der Geburtstag scheint ausgesprochen gelungen (aus meiner Sicht vorbildlich wie für dich die eine Teilnehmerin) – ich durchforste mein Gedächtnis – Zwillingsschwester?, ich müsste mich ja erinnern.

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