Frühjahrsmüde, Wandern, Peergruppe und Singletanzkurs

Die Wochen vergehen so rasant. Wieder ist eine Woche seit meinem Bielefeldaufenthalt vorbei.  Am Montag besuchte ich wieder mal Florence vor dem letzten Linedance-Kurs in diesem Semester. Sie sah toll aus und wirkte glücklich. Sie ist zwar mit fast 64 Jahren noch nicht im Rentenalter, aber will ihre Privatpraxis in Schwabing auflösen und bei der Teilzeitstelle im Klinikum Großhadern, wo sie zusätzlich einige Stunden als Psychologin auf der Herzstation arbeitet, in Rente gehen,  und dort gleichzeitig noch etwas weiter arbeiten. Dieses Modell klingt irgendwie unnatürlich, aber ich habe schon öfter davon gehört. Wie so oft redeten wir auch über ihre schwer kranken Herzpatienten, insbesondere Kinder, die nur mit einem Riesenaufwand am Leben gehalten werden und der Frage, was ein lebenswertes Leben ist. Im Laufe ihrer Arbeit auf dieser Station hat sie eine sehr kritische Einstellung zu der Intensivmedizin um jeden Preis bekommen. Am Mittwoch holten Hubert und ich eine Paartanzstunde nach, die wir Sonntag verpasst hatten. Lustigerweise hat dieser Kurs zwar den gleichen Inhalt wie unser Sonntagskurs, aber es ist ein Singlekurs. Von daher war die Stimmung eine ganz andere. Viel jüngere Leute, die angeregt Kontakte knüpften und ständig die Partner wechselten. Das war lustig. Einmal haben wir auch mit anderen Partnern getanzt, aber mit Hubert ist es mir am Liebsten. Am Freitag kam die Peergruppe am Nachmittag zu mir. Hubert fuhr, damit er hier aus dem Weg ist, schon voraus zum Schliersee und ich wollte mit der BOB nachkommen. Und so war es dann auch. Die geliebte Peergruppe war wieder anregend und zum Teil auch schwer. Jede von uns mit anderen Themen beschäftigt und seit Jahren so vertraut. Die Fahrt zum Schliersee hat problemlos geklappt. Hubert holte mich vom Bahnhof ab. Gestern war es zwar nicht so sonnig, wie gehofft. Trotzdem sind wir nach dem Frühstück zu einer Wanderung aufgebrochen. Ungefähr 1 1/2 Stunden steil hoch gelaufen zur Ankelalm. Auf den ersten Metern wurde mir so heiß, dass ich eine Schicht nach der anderen ausziehen musste. Weiter oben lag dann aber noch Schnee und es wurde wieder kälter. Obwohl mir beim Hinabsteigen die Hüfte wieder schmerzte, war ich ganz froh über die schöne Luft, die Aussicht und die Anstrengung. Ehrlicherweise reichten mir diese kurzen Touren vollauf. Eine Tagesbergtour ist mir echt zu viel. Beide Nächte vom Wochenende 9 Stunden durchgeschlafen und zusätzlich Mittagsschläfchen auf der Couch. Mir scheint, die Frühjahrsmüdigkeit hat mich erwischt.

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Eine Antwort

  1. Heike sagt:

    Die Sache mi Florences Rente habe ich jetzt auch nicht wirklich verstanden. Was ein lebenswertes Leben ist – darüber denke ich nach 18 Jahren Hospiz anders als vorher – es ist sicher sehr sehr schwer, all das zu sehen! Gerade mit den Kindern. Geliebte Peergruppe – das klingt so schön und geht mir gleich „rein“. Ja, so ist das!

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