Töchter, Footloose, Abschied vom alten Kinderzentrum und keine Eile

Ich blicke auf eine ausgefüllte Woche zurück. Neben der täglichen Arbeit und dem inzwischen etabliertem Sportprogramm mit Linedance, Fitness, Yoga und Tanzkurs war einmal Luisa am Abend zu Besuch. Sie wollte eigentlich mit Tessa kommen, das erste mal mit ihrer Freundin, die wir bis jetzt nur zweimal kurz gesehen haben. Aber die musste wegen Krankheit absagen, so dass Luisa allein da war. Sie ist im Moment sehr glücklich und hat Pläne für die Zukunft nach ihrem Master, mit dem sie im Laufe des Sommers wohl fertig sein wird. Sowohl Luisa als auch Maja, die ich am Freitag getroffen habe, sind sehr strukturierte Menschen, die sich auf Abschlüsse und Prüfungen scheinbar ohne Widerstände vorbereiten können. Maja hat am Donnerstag ihre schriftliche Approbationsprüfung gehabt und wir trafen uns am Freitag, um zusammen ins Musical Footloose zu gehen. Die Karten hatte sie sich von mir zu Weihnachten gewünscht. Es war unterhaltsam, wenn gleich die Darsteller nicht alle gleich gut waren. Aber trotzdem beeindruckend, wenn man scheinbar mühelos gleichzeitig tanzen, singen und schauspielern kann. Die Diversität hat auch bei den Darstellern Einzug gehalten. Es waren einige mehrgewichtige Menschen dabei. Sogar die Hauptdarstellerin hätte man in früheren Zeiten als dick bezeichnet und die musste richtig viel körperlich leisten. Am kommenden Dienstag wird Maja die mündliche Prüfung absolvieren. Sie wird dann eine approbierte Psychotherapeutin sein und endgültig mit ihrer Ausbildung abgeschlossen haben. Ein langer Weg und ein Meilenstein. Am Donnerstag hatte der Betriebsrat vom Kinderzentrum zu einer Party eingeladen, die in den inzwischen verwaisten Räumen unserer Eltern-Kind-Station stattfand. Es kamen vor allem die alteingesessenen MitarbeiterInnen. Der Chor sang ein Stück und eine Sängerin hatte zusätzlich ein Liebeslied an das Gebäude des Kinderzentrums gedichtet und vorgetragen, das in Kürze abgerissen wird. Vielen standen die Tränen in den Augen, denn es war auch ein Abschiedslied an eine Zeit, die jetzt vorbei ist, nachdem viele langjährige MitarbeiterInnen in Rente gehen oder gekündigt haben. Der Neubau des Kinderzentrums ist modern und unpersönlicher und die Arbeit ist nicht mehr das, was es früher war. Viel mehr Durchlauf und weniger Teamgeist. Durch die Feier hatten wir aber wieder dieses Gemeinschaftsgefühl, das uns viele Jahre getragen hat. Ich hoffe, wir können etwas in unseren Arbeitsalltag mitnehmen. Das Wochenende war ansonsten ruhig mit viel Zeit für dies und das. Ich genieße es, Muße zu haben und alles, was ich tue, langsam zu verrichten. Beeilen kann ich mich gar nicht mehr.

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Eine Antwort

  1. Heike sagt:

    Was du übers Kinderzentrum schreibst stimmt auch mich melancholisch! So kommt es nach und nach, dass bei aller Treue und Verbundenheit die Zeit für sich arbeitet – bis das nicht mehr dein Platz ist. Dann steht Maja jetzt etwa da, wo du standest, als wir uns kennengelernt haben? „Diversität“ (ich kann das Wort schon nicht mehr hören) ist aus meiner Sicht natürlich was Schönes – dass Tanzen und Fliegengewicht nicht mehr eins sind. Ob unsere inneren Schönheitsideale sich wandeln wage ich noch zu bezweifeln. Ich wollte längst mal nach eurem Chor fragen – interessiert mich so!! Und eine Tessa….

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