2024-05-26-Bittere Katzenpfötchen – mit Archie 1968 in Columbia – Berlinpläne – GEISTLICHSEIN – soziale Wiese frisch bewässert

Während mein abscheulicher Bittertee zieht – Herrn Diemers Empfehlung – (aus lieblich klingender Schafgarbe, Löwenzahn, WegWartenWurzel, Gelbwurz, ErdRauchKraut, KATZENPFÖTCHEN, Dillsamen), vollende ich meinen Wochenblog.

Schreibgruppen haben meine Einstimmung auf Pfingsten begünstigt. Dank Auster gelingt eine Verbindung zwischen „Geist“ und Muttersein. In Christkönig: „Sende deinen Geist aus und das Antlitz der Erde wird neu!“(Ps. 104). „Wir alle sind GEIST-LICHE.“(Pfarrer Bauer). „Der Geist des Herrn erfüllt das All.“ (Gotteslob Nr.347). Kostbare Anregungen. – Trotz strahlenden Wetters keine Lust zu Ausflug. Nachmittags Teresas Grab, dann Simons, wo ich Teresas Mutter vorfand. 33 Jahre nichts miteinander angefangen, jetzt aber sprechen wir und umarmen uns. Dann Eltern, Lollo und Anni; unter der Buchengruppe in meinem allgegenwärtigen Notizbuch gehaltvolle Dinge gelesen, bis die Feuchtigkeit der Bank mich durchdrang. Fundgrube vergessener Eindrücke der letzten Jahre! Vieles kann ich nicht lokalisieren. Am Ausgang Gerlinde mit Mann getroffen; stehend ausgiebig geratscht.

Berlinplanung. Sofort weiß ich, warum ich Verreisen hasse. Zu zweit können uns nicht bei Bine einquartieren; bei Jakob und Anna konnte möglicherweise die Eigentümerin kommen, was jetzt doch nicht der Fall ist. Aus Versehen beinahe (!) idyllisch aussehendes Hostel (mit Schlafsaal!) gebucht. Hotel, Pension, B&B, teuer, lieblos, hässlich. Welche Zeitvergeudung! Inzwischen Reiberei mit Jakob – doch lieber ins Hotel?

Gemüsegerichte muss ich mir prinzipiell lecker reden. Sie können warm sein, aber Salat ist kalt. Lustkiller: Verzicht – weitgehend – auf Brot, Zucker, Fett. Mittags esse ich zuweilen Kartoffeln oder Reis dazu, weil ich einmal satt sein will. Der genüssliche Obst-Gemüsekorb ist Illusion. Gerade geht es um mehr als Abnehmen. Innerhalb dieser Woche hat sich der Plan schon wieder geändert – das bekommt mir alles überhaupt nicht!

Was mir im Bauch fehlt, fülle ich mit Austers reichhaltiger Kost auf. Auch in Amerika gibt es also fühlende, witzige, tiefsinnige, kritische Menschen mit entsprechendem Blick auf ihr Land, literarisch vergoldet. Ein Füllhorn. Gerade 1968 – ich wusste nicht mehr, was dort los war und noch nie, was in welchem Zusammenhang stand!! – Montags lesend im Taxispark eine Ex-Mutter getroffen (Gabi B.). Endlos geratscht, erst nett, dann wurden mir diese Meinungen sowas von zuviel! – Dienstag Herr Diemer, während Ursula saubermacht – wichtige Anregungen (incl. „Untersuchung“). – Mittwoch Margot nach langer Zeit im Café Luitpold. – Danach Telefonrekord von dreieinhalb Stunden mit Renate. – Donnerstag Stammtisch kleine Rose – eine der Nabelschnüre zum Hospiz. – Freitag Susanne im Tribeca – (sie Helga Schubert, ich „Klein ist mein Kind…“), literarisch, musikalisch, familiär. – Aus Frühstücksmarathon mit Margot entsteht gemeinsamer „Folgetermin Lesung“ am Freitag Abend. Eine bulgarische Autorin Tania Rupel Tera liest Lyrik und Prosa in basisdemokratischem AltHippieLaden in der Milchstraße, dem angeblich ältesten Literaturbüro Münchens mit schockierender Feedbackkultur – bewertend, urteilend, das ist gut, das schlecht, diese Formulierung geht gar nicht. In der Pause wurde ich für irgendeinen Sender interviewt und habe diese Wahrnehmung mitgeteilt. Einer der Strippenzieher entsprechend auf den Schlips getreten (er macht das schließlich seit 25 Jahren!). Heimweg bei krachendem Gewitter. – Samstag bei Birgitta. Diese Beziehung steht auf einem ganz anderen Blatt. Nicht auf gemeinsame Interessen, eher auf dreißgjähriges Kennen basiert. Diesmal bin ich davon etwas mitgenommen.

Nicht erst beim Schreib-Lesen spüre ich das Zuviel. Die Gespräche sind intensiv, Inhalte z.T. aufwühlend. Dennoch kann ich nicht immer unterscheiden, wo was genau gesprochen wurde, vergesse manchmal Einzelheiten. Möchte Verabredungen nicht verkomplizieren, wenn die anderen doch die Vielbeschäftigten sind. Spätestens aber, wenn „Zufälle“ ins Spiel kommen, ist es ja keine Frage der (Fehl-) Planung, sondern… ja was eigentlich?

Heute will ich – nichtsdestotrotz – im Botanikum vorbeischauen (oder lieber nicht?), das auf immer geräumt wird. Emilians Mutter hatte dort jahrzehntelang ihr Atelier. Ein schmerzlicher Einschnitt. – Mein Kontinuum aber ist 4321.

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3 Antworten

  1. Ines sagt:

    Wie viele deiner Nächsten inzwischen auf dem Friedhof liegen, wird bei deinem Besuch des Friedhofs deutlich. Ein Ort, an dem du zudem auch lebende Menschen triffst und ins Gespräch kommst. So etwas habe ich (noch) gar nicht. Und so viele Verabredungen und lange Gespräche, die du in dieser Woche geführt hast. Wie ist es denn mit den Untersuchungen weiter gegangen. Hast du jetzt mehr Klarheit über die Ursache deiner Schmerzen in der Seite? Ich würde bei Besuchen von Verwandten lieber ins Hotel gehen, als beengt auf der Couch zu schlafen. Habt ihr über Booking.com auch gesucht. Wir planen unsere Unterkünfte meistens mit dieser App.

    • Heike sagt:

      Im Moment warte ich aufs MRT. Keine Untersuchungen im Moment, eher alles noch unklar. – Wir würden nicht die Couch bekommen, sondern ein richtiges Bett. Aber die beiden wollten uns gern bei sich haben. Aufgrund „Knirsch“ aber bin ich derzeit auf Hotel-Kurs. Renate hat auch Booking-Com empfohlen (für Michael ein Feindbild) – inzwischen ist er aber an irgendwas dran. Antwort steht noch aus.

  2. Renate sagt:

    Du hast dein Ratschkontingent letzte Woche mehr als ausgenutzt. Hotel würde ich immer vorziehen. Booking com schickt mir immer noch Angebote von Unterkünften in Berlin. Salat und Gemüse pur, d.h. der Verzicht auf Kohlenhydrate teilt sich, gemeinsam mit Auster, deine Gedanken.

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