Isargrillen, Witwe Eva, geschenkte Stunden, Wochenende am Schliersee und auf Tollwood
Montag waren wir bei einem improvisierten Isar-Grillfest von unserem Nachbarn Stefan eingeladen. Erst war es noch zu heiß und bevölkert, später dann aber eine sehr schöne Abendstimmung. Das sollten wir öfter machen. Dienstag nach Arbeit und Fitnessstudio im Biergarten vom Wirtshaus in Sendling mit Eva getroffen, die Witwe von Huberts verstorbenen väterlichem Freund und Testamentsvollstrecker von Huberts Vater. Seine Witwe ist 78 und sehr intelligent, aber auch anstrengend und egozentrisch im Gespräch. Das ist eher eine Pflichtveranstaltung als ein Spaß. Mittwoch Yoga und schnell nach Schwabing zum verabredeten Termin mit dem Bankberater, der sich jedoch krank gemeldet hatte. Dadurch blieben mir noch 2 Stunden bis zu unserer Schreibgruppe im Lenbachhaus. Alleine bei Wimmer gefrühstückt und gelesen, eine geschenkte Stunde in dem sonst durchgetakteten Tag. Das im Café Ella Schreiben und Lesen war besser möglich als vorher angenommen. Donnertag hatte Hubert Wandertag und ich war abends alleine zu Haus, hab mir was gekocht und fands mal ganz schön, so still mit mir selber zu sein. Freitag nach der Arbeit zum Schliersee. Schwimmzeug hatten wir zwar dabei, sind dann aber doch auf der Terrasse hängen geblieben, Tagliatelle mit Trüffel gekocht und lange draußen gesessen. Samstag schon wieder zurück nach München, da wir auf Tollwood verabredet waren zu einem Konzert von der Gruppe „Von wegen Lisbeth“. Hubert und die anderem fanden das Konzert super, Hubert wird bei solchen Veranstaltungen richtig jung und ist voll dabei. Aber für mich war es eine Tortur. Viel zu laut, so dass mir das Trommelfell fast geplatzt ist. Viel zu voll, man stand dicht an dicht. Viel zu heiß, in kürzester Zeit nassgeschwitzt. Und vor allem viel zu lange stehen, über 4 Stunden. Mein Rücken, meine Füße und alles andere tat weh. Ich bin für solche Art von Konzerte nicht gemacht und werde zukünftig bei so etwas passen. Zurück im völlig überfüllten MVG bei Regen. Heute kam meine Kleingruppe zu mir, eine sehr feine Gruppe von 4 Frauen, die sich zum Meditieren und Sprechen trifft. Zu dem Tanzkurs am Abend hatten Hubert und ich vorher gar keine Lust. Die letzten Male waren von schlechter Stimmung geprägt. Wir spielten mit dem Gedanken, das Tanzen wieder ganz zu beenden, da wir im Gespräch darüber, was genau uns die Laune verdirbt auch nicht weiter kamen. Dann war es heute aber doch eine gute Stunde und jetzt sind wir wieder motivierter dran zu bleiben. Danach zum Vietnamesen und dann fing schon der Regen an.
Die Sache mit dem Tollwood: an meiner Haltestelle sehe ich die unendlichen Menschenströme, die in Handys starren, um den Weg zu googeln. Allabendliche Feuerwerke – ein Graus für mich, diese Art der Öko-Konsum orientierten Freuden – Konzerte sicher toll, wenn es kein solcher Massenauftrieb wäre. Ich frage mich an all den heißen Sonntagen, wie ihr das mit dem Tanzen schafft – was genau verdrießt euch daran? Grillen an der Isar – ist das nicht passé? Die Witwe Eva erinnert – durch meine Brille auf dich – gefühlt an Urmela.
Ich kann mit tollwood inzwischen wenig anfangen. Konzerte von dieser Länge, mit vielen Menschen und bei dieser Hitze, nein danke. Lieber auf der Terrasse am Schliersee sitzen.