2024 -07-27 – Sturmfrei für Magen-Darm und Wilhelm Meister – neue Ärztin – Ausflug nach Augsburg – Oper und Soziales
Wie ein Kind zwischendurch sein Kuscheltier streicheln oder Oskar Matzerath die Trommel schlagen muss, so muss ich bloggen. Diese Woche steht verstärkt unter dem Stern vorsichtigen Essens. Vorbei das freudvolle, genüssliche Spachteln. Oft getrennt und immer bedacht – sind es die paar Kilo wert? Oder sind es eher die rebellierenden Innereien? Für die Magen-Darm-Spiegelung dies nicht und das nicht – schwierig: keine Kräuter und Tomaten – plötzlich ganz fixiert darauf! Darmreinigung – martialisch! Ich wüsste nicht, wie das gemeinsam daheim gehen sollte. Gottlob ist Michael in Köln. Andererseits gibt es niemand zum Abholen. Renate arbeitet und hat Kinder, Beate selber MRT. Da wird es in der sozialen Landschaft dünn – wen könnte ich mit sowas betrauen? Wer auch nur im Entferntesten infrage käme arbeitet. Also Taxi mit Abholunterschrift. – Jetzt ist es vorbei. Am Ende nichts mitbekommen. Es läuft auf den Magen hinaus. Es wundert mich nicht, oder irgendwie doch – Reflux, Entzündungen, Magenschleimhaut, Pförtner; was rechts akut schmerzt hab ich leider vergessen. Alles wurde sichtbar. Nichts Schlimmes, aber ich war nicht umsonst da. Kein Wunder, wenn mir alles – eigentlich seit der Galle 1994 und vorher – Unbehagen schafft. Vorsichtig essen kann nicht verkehrt sein. ASS fördert Entzündungen. Seit der Untersuchung tut es noch mehr weh – alles aufgereizt.
Montag: Ex-Kollegin im Gerners – freudig intensive Premiere. – Dienstag: Abfahrt Michael. NeuAntritt bei Ärztin, bei der ich vor drei Monaten wegen PANNE bei Doclib von vorn anfangen musste. Zum Glück hatte ich in weiser Voraussicht den Termin beibehalten! Nach Schilderung meines Rauswurfs: „War das Frau Dr. Gassmann“? Jetzt habe ich eine junge, ruhige, freundliche Ärztin, die die Unterlagen anfordert, wenn ich sie nicht bekomme. Mein Urin, letzte Woche katastrophal, diesmal „ohne Befund“. Ich hatte selber das Übliche getan. Antibiotika – diesmal kein Thema! Ich bin erlöst. – Nachmittags LiteraTüren bei mir – inspirierende Lesepassage, angeregter Austausch. – Mittwoch: Vorbereitung. Nach der Spiegelung am Donnerstag ausgeruht – abends „kleiner Rosenstammtisch“ im lauschigen Wirtsgarten. Hinterher wach bis 5:00 morgens. – Freitag Susanne im derzeit stark überfüllten Tribeca. Danach wollte ich „Mittagschlaf“ und habe den 1. Akt „La Fanciulla del West“ verpennt! Diese weithin unbekannte Oper nannte Puccini seine wichtigste! Eine einzige Frau (Malin Byström als Minnie) singt gegen Männermassen an! – Samstag Augsburg. Meine Mieterin wird ausziehen und ich wollte ihre Cousine kennenlernen – auch sie mit Baby; „meine“ hat inzwischen zwei und bekommt was größeres. Schön für sie, aber auch schade. Wieder habe ich gespürt, WARUM ich sie mag und umgekehrt. Nach anfänglich kritischem Beäugen hat ihr kleiner Wonneproppen die Ärmchen ausgestreckt und ist auf meinen Arm gewandert! Was für ein Gefühl! Ich erlasse die Kündigungsfrist, damit sie zum 1. September rauskann – die Neue kann evtl. nicht so schnell – so keimt in mir die Idee, die Zwischenzeit für mich zu nutzen. Danach am „Milchberg“ Mittag mit „Russ“ gefeiert. Dann Textilmuseum: „Kleidergeschichten“= textiler Nachlass von Arno und Alice Schmidt und Else Stadler-Jacobs Basttiere. Das allgegenwärtige Leinen löst großelterliche Erinnerungen aus – auch an Mami, Lollo und ach Gott – wieviel von diesem Leinen schlummert in meinen Schubladen! Zwei LuxusFächer im Museumsshop erstanden – meine sind verschollen. Ein „zitroniger“ als exclusiver Wilhelm-Meister-Fächer!! Ganz wichtig, da es ja nicht sein kann: Soeben alles auf den Kopf gestellt, Fächer gefunden, insbesondere Renates kostbaren (aus China?)!
Der Blick auf USA gerichtet. – Zudem realisiere ich angewidert, wie ein Stadion anlässlich Adele gebaut wird; wie Hunderttausende ein Vermögen für den Blick auf eine Leinwand blechen, sich persönlich gemeint fühlen bei… wie heißt das nichtssagende Geschöpf, das Massenhysterie mit Freundschaftsarmbändern auslöst? – Außerdem sehe ich zunehmend verschleierte Kinder wie eine Wand, die sich langsam durch unsere Gesellschaft schiebt; natürlich nicht die Kinder, sondern sie als Instrument und Ausdruck einer Entwicklung. Einmal um den Bahnhof und ich kann vor der Sorge um unsere gesellschaftliche Gegenwart die Augen nicht verschließen.
Die Frage ist, ob sich aus den Befunden der Magenspiegelung auch eine Behandlung ableiten lässt, die gegen die Schmerzen hilft. Vorsichtiges Essen kann noch nicht alles sein. Was das akut Schmerzende wohl sein könnte, was du vergessen hast? Du hättest mich auch fragen können, ob ich dich abhole. Ich hatte es so verstanden, dass Beate das macht. Nächstes mal frag mich bitte auch, ja. Als Kontrastprogramm zu deinen Eindrücken am Bahnhof empfehle ich dir den Trachtenumzug in Schliersee, den ich heute gesehen habe. 5000 Menschen (alles Einheimische) mit den traditionellsten und allerfeinsten Trachten von den kleinen 3-jährigen bis zu den Alten, die kaum noch laufen können. Alle zusammen marschieren sie zur Rumtata- Musik durch den Ort, genauso wie vor 100 Jahren.
Gute Idee – das mach ich mal! Und danke für dein Angebot – aber es war Donnerstag! Ehrlich gesagt will ich das am liebsten nicht nochmal erleben!! Das mit dem Essen sage nur ich: Ärztlicherseits gibt es jetzt allmorgendlich noch eine Tablette zu allem, was ich eh schon regelmäßig nehme. Mal sehen, vielleicht hilft es. Ich müsste mindesten mit ASS aufhören – das kriege ich seit dem angeblichen Schlaganfall. Alle nehmen das, es ist „Standard“.
Nichts Schlimmes rausgekommen ist eine gute Nachricht. Deine neue Ärztin kann dir sicher sagen was rechts schmerzt, Puccini hat so schöne Opern geschrieben. Norma mit der Callas ein Genuss, Bin gespannt ob du deine Augsburgidee realisierst.
Wir hatten Gottseidank wenigstens nach Deiner Untersuchung telefoniert Wie gerne wäre ich mit Dir lieber im Tribeca gesessen! Wenn ich wieder stürmfrei habe, dann lass uns doch einen Fernsehabend mit der gestreamten Pucchinioper machen!