Barbara, Biergarten, Bankberatung, Baden, Besuch, Belangloses Seefest.
Seit ich weiß, dass ich Oma werde, fühle ich mich etwas anders. Ich bin nachsichtiger mit mir selber, habe weniger Anspruch an meine Leistungsfähigkeit und mein Aussehen. Außerdem denke ich viel daran, was da wohl für ein Menschlein auf die Welt kommen wird und wie meine nicht sehr belastbare Tochter mit der Mutterrolle zurechtkommen wird. Natürlich kommen auch einige Erinnerungen an meine erste Schwangerschaft hoch, die zum Glück unkompliziert war. Damals hatte ich auch nicht gewusst, was alles passieren könnte. Die Naivität der Jugend hat mich geschützt. Nie hatte ich Zweifel, dass alles gut wird.
Was war los? Montag kam mal wieder Barbara, die Nachbarin auf ein Gläschen Wein auf unsere Terrasse. Wir sprachen über ihren älteren Sohn, der psychisch sehr gestört ist, aber mit seinen jetzt 17 Jahren nie eine Diagnose oder eine Behandlung erfahren hat. Da Barbara und ihr Mann selber Psychologen sind, haben sie das nicht gewollt. Jetzt steht durch einen bevorstehenden Schulwechsel eine ordentliche Diagnosestellung an.
Dienstag Fitnessstudio und danach mit Hubert in den Biergarten. Das Hähnchen und das Bier haben zwar gut geschmeckt, aber ich bin kein Fan mehr von Biergartenbesuch, es sei denn man bringt selber eine Tischdecke und Essen mit. Ohne das ist es nicht wirklich schön auf den fleckigen Tischen und zudem mit den vielen Wespen.
Am Mittwoch war ich endlich nochmal bei meinem jungen Bankberater und habe einiges in die Tat umgesetzt, was wir vorher schon besprochen hatten. Der Berater ist so ein netter Junge, aber er wird wahrscheinlich nächstes Jahr studieren und noch was von der Welt sehen wollen, deshalb kann ich nicht damit rechnen, dass er mir erhalten bleibt. Nachmittags war ich im Südbad zum Schwimmen. Gefühlte Millionen von jungen Familien, die alle ins Bad wollten. München stirbt nicht aus, so viel ist klar. Zum Glück konnte ich trotzdem meine Bahnen auf der Schwimmerbahn durchziehen ohne von den Kindern gestört zu werden.
Am Donnerstag hab ich nach der Arbeit nichts mehr gemacht. Am Freitag erst Fitness und am Abend bei Pit und Karin zum Essen und Reden eingeladen , was schön war. Von dort sind wir dann direkt nach Schliersee gefahren, wo wir bis Sonntag blieben. In Schliersee findet das ganze Wochenende das Seefest statt mit vielen Buden, Unterhaltung auf Bühnen und später Feuerwerk. Wir waren dort, haben etwas zugeschaut und was gegessen und ein Bier getrunken. Ich bin bei solchen Festen inzwischen überhaupt nicht mehr inspiriert, finde die Menschen auch oft unangenehm. Eine Familie mit einem Kleinkind saß bei uns am Tisch. Die Erwachsenen unterhielten sich und das Kind schaute auf dem Handy der Mutter irgendeinen Film, war dadurch total still und fixiert und hat sich nicht gerührt. Unverständlich, dass Eltern ihre Kinder auf diese Weise abstellen. Gestern und auch heute bin ich so schlapp als hätte jemand mir die Energie abgezogen. Deshalb bin ich heute auch ganz froh, dass nichts mehr ansteht und ich heute abend früh ins Bett gehen kann.
Ich finde es ganz besonders, wie du den Einfluss deiner werdenden Oma-Schaft erlebst! Ich wusste nur nicht, dass Maja in deinen Augen wenig belastbar ist. Gut, dass du in der Nähe bist. – Das Dilemma der Nachbarn, auch dass sie keine Diagnose wollten – verständlich. – Ich denke oft, dass ich was verpasse…ohne Biergarten. Nein? – Mit Bankberatern habe ich einschägige Erfahrungen – Vertrauen, das war einmal. – Jaja, solche Feste…