2024-08-25- Nullwoche mit Schmerzen, Unbehagen und Ausfällen + halbschariger Reiseplan
Welch tristes Dasein! Diese Woche alles ausgefallen. Abgesehen von Schwimm- und literarischen Ausflügen im Geiste fielen flach: Fußpflege; Treffen mit abgesägter ExKollegin; Urologe; Susanne; Herr Diemer; Martha; Rosenstammtisch; PeerTreffen bei Ariane – auch Alexandra erkrankt; last but not least „books&breakfast“. Ich hatte zwar versucht, mich auf eine Lektüre vorzubereiten (das machen andere nicht, die sind da viel lockerer, scheint mir!) und wollte es mit Virginia Woolf aufnehmen – schwierige Aufgabe. Auf dem letzten Viertel aber hat mich diese permanente Brillanz, vor allem die durchgängige Ironie ermattet, die undurchlässige Distanz schafft und mich weder mit mir, noch mit der Autorin oder ihrer Protagonistin in Berührung bringt. Zudem lassen mir diese perfekten Stilmittel keinen Raum, durchzuatmen. Allenfalls kann ich mir das Buch zu gemeinsamer Lektüre – vorlesend – vorstellen. Ich bin enttäuscht – hatte ich mir „Orlando“ doch schon immer vorgenommen. Natürlich ist die Wandlung von Mann zu Frau, die Wechselwirkung von Kleidung, Etikette, Benehmen mit dem Geschlecht hochaktuell, präzise und pikant in Worte gefasst – wie so vieles bei ihr – lesenswerte, exzellente Charakteristiken, Naturerscheinungen, Sittengemälde, Milieustudien. Jedes Wort sitzt. – Jetzt habe ich wieder Leseschwung. Zwei Novellen von Joseph Roth – „Leviathan“ und die vom „heiligen Trinker“. Dann will ich mich in Biografien stürzen. Vorerst noch „Goldküste“ – mich quält, dass ich vergessen habe, warum ich das unbedingt „brauche“ – eigentlich gar nicht das Meine.
Leider martert mich noch Hexenschuss – hoffentlich nicht Bandscheibe! So behindert mich der Grippeausläufer ebenso wie der Rückenschmerz. Dass er wandert, vom Rückgrat in die Seite des Hinterteils, werte ich als Hoffnungsschimmer. Ewige IBUs bekommen meinem Magen schlecht. Mittlerweile ist es schlimmer als vor den Spiegelungen – permanentes Missbehagen.
Am Samstag erster Ausgang zu Hugendubel wegen Leseproben für den Deutschen Buchpreis. Diese Schnarchnasen haben mich durch sämtliche Stockwerke geschickt und am Ende was gefaselt vonwegen, die müssten ja erst gedruckt werden. Unsinn. „Jedes Kind“ weiß, dass die Broschüren seit 20.8. aufliegen. So habe ich Bine angesetzt – ihr Ersatzexemplar für mich ist unterwegs. Sowas muss man jetzt sichten – nicht erst, wenn das Papier erkaltet ist.
Es wird Zeit, dass bei mir wieder Leben einkehrt. Überhaupt habe ich es satt, mich zu fühlen wie ich mich fühle. Zur Aufmunterung wollten wir gestern wieder meine neue Lieblingsspeise im Hexengarten genießen. Sie wurde von der Karte gestrichen. Zudem kam mir der, der sich als neuer Wirt entpuppte, bekannt vor. Auch er guckte. Ein ehemaliger Freund von Fabian, ziemlich randständig. Ich habe an ihm gesehen, wie ALT man in dem Alter schon sein kann. Bauch, Buckel, Hängebacken und v.a. diese BallermannMentalität. So ist Fabian nicht; soweit ich weiß, ist da auch keine Verbindung mehr. Es gibt sehr unterschiedliche Formen von Randständigkeit.
An allem merke ich – es wird wieder Zeit für ein Leben – wenngleich dieses sich auch sonst vorwiegend in Büchern oder punktuellen sozialen Ereignissen abspielt. Gerade versuchen wir, eine kleine, familiär notwendige Reise zu planen – wie wenig passt das zu uns!
Die ausgefallenen Termine sind bedauerlich, aber lassen sich nachholen. Hauptsache du bist wieder fit. Zumindest abgesehen von Rücken und Ibu bedingten Magenproblemen. Welches ist deine Lieblingsspeise im Hexengarten? Wie du den ehemaligen und wohl gleichaltrigen Freund von Fabian beschreibst, könnte man denken, er hat die 50 schon überschritten.
Ja, er ist wohl schon fünfzig oder geht darauf zu. Das Hexengröstl war so herrlich letztes und wohl das einige Mal.