2024-08-31- Jakobs Stippvisite mit Morgenschwimm – Wilhelm Meister und Augsburg – Leseproben und Olli
Entgegen Gewohnheit öffne ich das Portal erst am Samstag. Mittags ist Jakob Richtung Engadin gestartet. Stippvisite von gestern auf heute unterwegs von Rotterdam. Auf dem Rückweg nächsten Samstag nochmal eine Nacht. Heute früh konnte er sich nicht durchringen, früh aufzustehen. So bin ich zum See vorausgeradelt. Kaum dort kamen er und Michael hinterher. Geschenkte Zeit – so schön, den Tag so zu beginnen. Gestern Abend Villa Dante. Die Gespräche sind – gesellschaftspolitisch – oft anstrengend, so wie er jetzt geprägt ist. Aber wie es mich freut – was und wie er liest – erlesene Pfade!
Nach zwei Wochen Pause wegen Grippe und Hexenschuss bin ich aus dem Tritt, sodass ich wieder k.o. bin wie vor Wochen. Dennoch verbuche diese Ausflüge als Erfolg, klopfe mir auf die Schulter. Unsere alten „Freunde“ heute nicht da – die Frau erweist sich als leicht dement, dennoch freuen wir uns aneinander. Heute unterhielt uns eine spindeldürre, wunderschöne Tschechin, die Haselnüsse sammelt, obwohl sie „abnehmen muss“, von ihrer Bekanntschaft mit dem Schwan Otto. Danach ausgiebigiges Frühstück daheim.
Montag – mit Schmerzmittel versorgt (wie bis heute) – Treffen mit Exkollegin. Zwei Stunden Sitzen grenzwertig.
Dienstag Wilhelm-Meister-Literatüre, wieder bei Gabriele. Sie und ihr Garten hätten beschlossen, wir passten gut zueinander – so seien wir immer willkommen. Ihr gefällt der Gedanke, einen „Kulturgarten“ zu unterhalten. Sogar das kugelrunde Rotkehlchen sitzt zutraulich nahebei und lauscht. Die wenigen Stunden – ein Lebenselixier.
Donnerstag Augsburg. Frau Schöpf ausgezogen – ich bin so geschäftsunfähig, dass ich ihr ungefragt die Kündigungsfrist erlassen habe und erstmal Leerstand habe. Vorschläge habe ich – melden müssen sich die Bewerber selber. Die Wohnung nicht gerade im besten Zustand – auch das bringe ich nicht fertig zu monieren. Danach Eigentümerversammlung – jahrelang hatte ich mich gedrückt. Derjenige, der offenbar während der Ausübung seines Professoren- und Chefarztpostens in der Uniklinik noch Kapazität für Vollzeit Hausangelegenheiten hat und sich auskennt wie in seiner Westentasche, alles mit der Hausverwaltung „auf kurzem Weg“ einleitet, jeden Lichtschalter im Haus kennt und weiß, ob man nach der Treppenreinigung noch Staub am Finger hat, indem man über die Simse fährt, scheint – dieser Eindruck hat sich verfestigt – auf Kosten der Eigentümergemeinschaft das Haus derart in Schuss zu halten – eine Sanierung nach der anderen, dass er sich als Eigentümer des größten Anteils an der Immobilie schadlos hält. Natürlich zahlt auch er – wie alle – in die Rücklagenkasse ein. Langsam wache ich auf, nachdem ich endlich genauer hingeguckt habe. Immerhin habe jetzt auch meine eigenen Fenster thematisiert. Wessen Fenster, Simse, Balkone, Terrassen und Hofanteile ich über die Jahre schon mitfinanziert habe! Mein Bad sieht auch mies aus – das ist natürlich meine eigene Sache. Einer meinte, sowas koste locker 25.000 Euro. Dann lasse ich es lieber. Die Frage, wie lange ich mir die Wohnung noch leisten will, arbeitet. Ein Fass ohne Boden. – Bis wir endlich fertig waren war der Regio weg, noch auf ein Bier eingekehrt, den nächsten verpasst und fast nicht mehr mit dem Deutschlandticket nach Hause gekommen: Im TGV gelandet, ich konnte noch eine Fahrkarte lösen, aber eine zweite ging nicht mehr im fahrenden Zug. Michael fuhr also schwarz – unentdeckt, aber auch unentspannt.
Literarisch war ich mit einem zweiten Buch von Simons Mitbewohner beschäftigt. Zudem Leseproben für den Deutschen Buchpreis. Meine Favoriten konnte ich noch nicht eindeutig ausmachen. Es gibt Bemerkenswertes und Belangloses. Manches ist thematisch „relevant“, anderes sticht stilistisch heraus. – Eigentlich sollte/wollte Beate zum Zwetschgendatschi kommen. Ich bin aber wieder oder noch so kaputt, dass wir das auf morgen vertagt haben. Ich hoffe, morgen wieder „wohl“ zu sein. Eigentlich bin ich nach Radeln und Schwimmen den ganzen Resttag fertig. Hoffentlich kein Rückfall. Was ist das? Diese vielen Medikamente? Ständiges Unwohlsein. – Beim Semmelkauf im Wimmer lese ich: „Endlich 28 Schwerverbrecher nach Afghanistan abgeschoben.“ (BILD)
Du bist einfach keine harte Geschäftsfrau, stehst auf der Seite der Mieter, nicht umsonst hast du einen sozialen Beruf und ein Herz für arme Schlucker. Es wäre trotzdem oder auch deshalb schade, wenn du die Wohnung in Augsburg verkaufst. Vielleicht kannst du von der Rücklagenkasse auch mal was machen lassen. Dieses Frühschwimmen im See bewundere ich, das wäre mir zu frisch, aber ich stelle es mir trotzdem so wohltuend vor. Mist, dass du weiterhin Schmerzen und Schwächegefühle hast. Und ja, jetzt ist plötzlich die Abschiebung die Lösung für alle Probleme. Bin gespannt, wie heute das Wahlergebnis in Sachsen ausfällt.
Du schaffst den Ausgleich für langes Sitzen durch morgendlichen Schwimmrunden, für die ich große Bewunderung habe. Deine Wohnung bringt viel Verdruss und scheint ein Fass ohne Boden zu sein, was Instandhaltung und Renovierung betreffen. Die vielen Medikamente lösen deine Rückenschmerzen nicht und sind contra für deinen Magen.
Ich versäume seit Jahren die Eigentümerversammlungen, den es gibt einen Streithansel und einen Besserwisser manchmal bilden sie ein unbekömmliches Duo und ich tu mir das nicht an, Teilnehmerin und Zeugin einer heterogenen Gruppe zu sein, die nie auf den grünen Zweig kommt. Dabei hätte ich auch meine Anmerkungen und nachvollziehbaren Wünsche, aber allzu ernst sind die nicht. Bin eben geschäftsmäßig komplett untalentiert. Jeglicher Besitz ist doch üble Bürde. Kann Dir also keinen guten Rat geben…
Ich versäume seit Jahren die Eigentümerversammlungen, denn es gibt einen Streithansel und einen Besserwisser (manchmal bilden sie ein unbekömmliches Duo) und ich tu mir das nicht an, Teilnehmerin und Zeugin einer heterogenen Gruppe zu sein, die nie auf den grünen Zweig kommt. Dabei hätte ich auch meine Anmerkungen und nachvollziehbaren Wünsche, aber allzu ernst sind die och nicht. Bin eben geschäftsmäßig auch komplett untalentiert. Jeglicher Besitz ist doch üble Bürde. Kann Dir also keinen guten Rat geben…viel wichtiger ist die Gesundheit! War froh, dass wir am Tag darauf unser Zusammentreffen hatten!