2024-12-07- Advent Advent kein Lichtlein brennt – Putzstress – Auslassungen – Pneumokokken-Impfung – Lebkuchen + Königskinder

Erster Advent. Statt zum Nationalmuseum zu hetzen Lebkuchen gebacken. (Beinahe) alles bedacht; aber Backpapier war knapp. Also hat Michael am HBF sein bzw mein Glück versucht – Edeka die Rettung. Zuletzt gingen die Oblaten aus. Die letzten Lebkuchen klebten am Backpapier. Frag Google: Papier mit Wasser bepinseln und vorsichtig ablösen! Lebkuchen backen ist leicht, dauert aber ewig wie jede Weihnachtsbäckerei. So wurde ich nicht fertig zum Adventskonzert in Christkönig. Birgitta, mit ihr war ich verabredet, blieb dann auch daheim. Komisch, dieser Backdrang. Trotz leerem Nest. Da sind die Gruppen, mit mancher Freundin wird auch traditionell ein Tütchen ausgetauscht. Auch ich esse sowas allzu gern. – Bine ist über ihren Schatten gesprungen. Jetzt fließen die Hiobsbotschaften, aber nicht nur die.

Montag Chor. Danach eines dieser Treffen, die ich verflucht hatte und das dann bereichernd war – doch ein AUSTAUSCH, kein Blabla, wie konnte ich nur! – Daheim die letzten Lebkuchen überzogen, dann Stadtbibliothek. „Königskinder“ von Humperdinck (Aufzeichnung Oper Amsterdam): ein unlogisches Märchen mit schlimmem Ausgang; erinnert musikalisch an Hänsel und Gretel, nur weniger schön. Glockenzart die Stimme der Tochter des Besenbinders. Mit Buffet und Zweiertischchen wäre es in Gesellschaft netter gewesen, aber ich hatte keine Ahnung, wie das läuft. Leider etwas Einzigartiges „verpasst“ (Botho Strauss mit Lesung von Sibylle Canonica, Edgar Selge, Jens Harzer, Cornelia Froboess!) in der Bayrischen Akademie der schönen Künste. Was München bietet, merke ich nach und nach – nicht zu bewältigen.

Dienstag. Alles voller Lebkuchen, es duftet geradezu penetrant. Beim Bäcker: 1 Pfund Plätzchen 27 Euro, 3 Lebkuchen 8 Euro. Als Bäckerin weiß ich, was an Zutaten und Zeit drin steckt. Gott sei Dank munden die eigenen und man frisst nicht etliche Sorten in sich hinein in der Hoffnung, dass irgendwann mal eins schmeckt. – Mittags erfüllende Stunden mit Susanne im Tribeca an unserem Stamm-„Arbeitsplatz“. – Michael bei Aetas. Ein Freund älteren Semesters hatte seinen jüngeren Lebensgefährten (seit 1983), einen brotlosen japanischen Künstler, (u.a.) aus Versorgungsgründen geheiratet. Jetzt ist der Junge gestorben, drei Wochen ab dem ersten Unwohlsein. Der Freundeskreis ist erschüttert.

Mittwoch Ärztin. Pneumokokkenimpfung. Mein Impfbuch fast leer. Bin ich nie geimpft wirden? Hatte das Buch nie dabei? Alles vergessen? Jedenfalls hole ich nach. Mit meinem Bauch schickt sie mich zur Osteopathin, da die (bildgebende) Diagnostik nichts Gravierendes ergeben hatte. Ich glaube nicht an Zwerch- oder Rippenfell, glaube, ein Organ zu spüren. Wie gern würde ich Vertrauen zu Ärzten aufbauen – allein, ich sehe keine Veranlassung dazu. Nachdem Michael 4,5 Mille bei Orthopäden gelassen hat, ist es jetzt der Physiotherapeut, dessen Behandlung anschlägt. – Als ich in der Praxis war, Anruf von Michael. Ich hatte ihn gebeten, ein verwaistes Dreirad auf dem Hof zu fotografieren, weil das laut Aushang im Taxisgarten vermisst wird. Kaum vor der Tür hatte er sich ausgesperrt. So musste er in Hausschuhen und Pulli im Tribeca auf mich warten. Inzwischen zeigte sich, dass das Dreirad einem ehemaligen Kindergartenkumpel meiner Kinder gehört: der älteste von vier Geschwistern, jetzt seinerseits Vater von vier Kindern. Da weder auf Telefon noch auf SMS reagiert wurde habe ich es vor seine Tür gestellt.

Donnerstag: Patientenverfügung mit **. – Ansonsten Verabredungen mit handverlesenen, treuen Pensionsgästen. Manchmal gehe ich mit. Am Freitag mit der Aspergerin (Café Grudrun!), die eine 38–stellige Zahlen-, Zeichen- und Buchstabenfolge auswendig diktiert und Fußbälle (5-und 6-eckig) misst und studiert. – Putzvorbereitungen  – morgen kommt endlich Ursulas Vertretung. Im Gegensatz zu Michi finde ich, wir können das beileibe nicht selber.

Eine Woche voller Absagen. Gestern Akademie ausgelassen. Samstag statt „Shakespeare“ mit Michael „the outrun“ wegen Katerina – Saustress, diese Aufräumerei. Hinterher auf Phoenix einige Folgen ÜBER Tolkien – soooo faszinierend! – Endlich Wintersachen gegen Sommersachen ausgetauscht, alles in Stoffkoffer unterm Bett gestopft. – Leselähmung!!! Stattdessen liest Michael. Er behauptet, ich hätte am Anfang unserer Zeit gesagt, in einer Beziehung könne nur einer lesen. Blanker Unsinn natürlich. Genau das aber passiert seit Tagen!

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2 Antworten

  1. Ines sagt:

    Als ich den Beitrag das erste mal gelesen hatte, dachte ich wieder so eine volle Woche. Von welchen Auslassungen die Rede ist, hab ich erst nach mehrmaligem Lesen erkannt. Diesen Backtrieb hab ich ja überhaupt nicht, finde es toll, wie du solche Köstlichkeiten herstellst. Deine Lebkuchen sind die besten! Ob die Osteopathie bei deinem Bauchproblem helfen kann, würde ich auch bezweifeln. Deine Leselähmung macht mich schmunzeln, allzu lange wird sie nicht anhalten.

  2. Renate sagt:

    Pneumokokkenimpfung habe ich auch. Osteopathie hilft auch bei einem Reizdarm, also denke ich auch bei Bauchschmerzen. Deine Backleidenschaft verstehe ich gut, das wischen und putzen hinterher gehört leider auch dazu.

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