Bielefeld, Agnesstraße, Arbeitsmisere angesprochen

Heute blogge ich mal wieder aus dem ICE heraus, denn wir waren übers Wochenende in Bielefeld. Der Besuch hatte keinen speziellen Anlass, außer den, meinen Vater mal wieder zu besuchen. Da niemand weiß, wie lange er noch leben wird, möchte ich die Abstände zwischen den Treffen mit ihm nicht zu lange werden lassen. Am Freitag holte er Hubert und mich vom Bahnhof ab und wir gingen am Abend zu Dritt essen. Samstag nach einem entspannten und ausgedehnten Frühstück gemeinsam Einkaufen und in eine kleine, aber sehenswerte Ausstellung von Gabriele Münter in Herford gefahren. Ich mag die Bilder von ihr so gerne und hatte sogar in der SZ über diese Ausstellung in Herford gelesen. Danach ließ uns mein Vater in der Innenstadt von Bielefeld aus dem Auto steigen. Er hatte noch einen Auftritt mit seinem Chor auf einem anderen Weihnachtsmarkt und Hubert und ich haben den Bielefelder Weihnachtsmarkt angeschaut und ein paar Kleinigkeiten erstanden. Am Abend waren wir zu 10 Personen bei meinem Vater zu Hause. Meine Geschwister mit Partnern brachten Suppe, Käse und Brot mit, ich machte einen Nachtisch und so trugen wir alle zusammen zu einem feinen Abendessen in großer Runde bei. Nichte mit Mann und Neffe kamen auch dazu. Da wir uns alle dort zu Hause fühlen, war keiner in der Gastgeberrolle und die Arbeit wurde aufgeteilt. Das gefällt mir wesentlich besser als wenn wir uns bei einem von meinen Geschwistern treffen, wo man als Gast auf seinem Stuhl oder auf dem Sofa festgetuckert ist. Die Gespräche waren besser als sonst, auch Hubert hat sich wohl gefühlt. Zweimal gut, aber getrennt in den Jugendzimmern in den schmalen Betten unterm Dach geschlafen. Der nächste Besuch zum 60. Geburtstag meiner Schwester am 1. Februar steht schon wieder fest. Am Mittwoch traf ich mich mit Maja und Sören in der Agnesstraße zum Kochen und Essen. Unsere Treffen sind so unverkrampft, zugewandt und entspannt wie es nur sein kann, wenn man keine Erwartungen hat. Sehr heilsam. Am Donnerstag habe ich erst meiner Chefin und dann auch meinem Team erzählt, wie schlecht es mir im Moment in der Arbeit geht und dass ich ernsthaft überlege, aufzuhören. Mir fehlt einfach der kollegiale Austausch, insbesondere seitdem meine engste psychologische Kollegin krankheitsbedingt seit mehreren Monaten nicht da ist und evt auch nicht wieder kommt. Dieses Alleine-vor-mich-hin-Arbeiten macht mich einsam und bringt auch keine Weiterentwicklung. Alle, denen ich meine Situation geschildert habe, waren verständnisvoll und bemüht eine Lösung zu finden. Seitdem ich es angesprochen habe, geht’s mir schon besser. Donnerstag haben die Nachbarn wieder mal auf ein Getränk hoch zu uns und Freitag hatte ich schon wieder frei, um nach Bielefeld zu fahren. Jetzt sind es nur noch 7 Arbeitstage dieses Jahr. Ich freu mich auf Madeira und das milde Klima dort.

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2 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Ja, die Abstände verringern! Dass dein Vater sogar im Chor singt – wie schön! Gabriele Münter liebe ich auch. – Deine große Familie hält zusammen. Entspanntes Miteinander – sowas kenne ich gar nicht, gab es nie bei uns. Jetzt sogar mit der Ex-Kernfamilie! – Entlastend, dass du dein Befinden offengelegt hast – du kannst das!

  2. Renate sagt:

    Ist nett wie du von den schmalen Jugendbetten schreibst. Früher hätte man zu Zweit darin geschlafen.

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