2025-01-04-Jahreswechsel + Rauhnächte, Träume + Blog, ein stressiger Cafébesuch +Brillendesaster
2025! – Meine Antwort auf Weihnachten scheint schwer auszuhalten zu sein. ABER. Du hast doch das und das, machst das und das, bist so und so. Ich will aber sagen dürfen, wie es ist! Also nochmal andersrum. Wer jemand Zentrales „verloren“ hat weiß: Es ist nie vorbei. Wenn auch Peters Tod lang zurückliegt ist er doch in dieser Zeit besonders spürbar. Simon fehlt. Dass die Alten aussterben ist der Lauf der Dinge. Wenn Junge sterben kommt infolgedessen niemand nach. Dass Fabian jetzt glücklich ist, Kontakt pflegt, ist schön, aber an einem Tisch können wir trotzden nicht friedlich zusammen sitzen. Was Ines „Sinn“ nennt, könnte gemeinsames Singen, ein seelenvoller Gottesdienst oder eine spirituelle Praxis sein. Das kann ich mit Michael nicht (stimmt für ihn nicht!). Familienbilder, Kinder und Kindeskinder vereint, gibt es bei mir nicht. Nie wird bewusster, wieviel Tod es bei uns gibt, schon vor meiner Geburt. Wären nicht die Brüder meiner Mutter und der meines Vaters gestorben, hätte ich vielleicht Cousinen und Cousins. Wären Lollo und Bine nicht aufgrund fehlenden „Muttergens“ kinderlos – hätte ich Nichten und Neffen. Wären meine Söhne – auch das gehört dazu – als Väter vorstellbar – …hier muss Schluss sein, das Thema zu sensibel – (also bitte kein Kommentar!). Das Dogma, vereint „im Kreise seiner Lieben“… kann etwas Stigmatisierendes haben. Es setzt voraus, was nicht jeder hat. Wer es nicht hat ist ein Versager? Arm dran? Hat was falsch gemacht? Ist selber schuld? Wie steht es eigentlich mit „der Liebe“ bei uns? – Ja, ich kenne Leute im Stadtteil – aber nein, ich stehe ihnen nicht nahe! Mein Werk ist vollbracht. Jetzt versandet es, so die Gedanken an finsteren Tagen. Natürlich gibt es tolle Menschen, zündende Gemeinschaften, brennende Interessen – also auch gelingendes Leben um mich. Ich habe Gestaltungsspielraum, habe „Einfluss“ auf Inhalte. Kein naturgemäßes Geborgensein, aber ein Verwirklichen meiner Selbst – auch spirituell. Ein Glück, dass das nicht vorbei ist. Es ist schön, fällt aber nicht vom Himmel.
Annas Ausstellung im Lothringer 13 zeigt Porzellanteller mit ihren Texten, von einer Freundin bemalt. Die „Brutalität des Frühlings“ – Leben und Tod, insbesondere der einer gemeinsamen Freundin Eva, die auch Jakob kannte.
Mit dem Aufschreiben von Träumen habe ich zuletzt auch das Träumen selbst vernachlässigt. Fabian berichtet über esoterische Praktiken, Ersehntes zu „bestellen“. Gesagt, getan. Prompt kam der Traum (jetzt täglich), der mich in die Vergangenheit der Schleißheimer Straße führt; da fiel mir (real) ein Brotbröckchen in die Zuckerdose – Geschmack erinnert an Zuckerbrot, das wir als Kinder von unserer Mutter auf den Weg zur Kirche mitbekommen haben, wenn es eilig war (zur alten Kirche, also noch vor der Kommunion. Später musste man nüchtern gehen; es konnte sonst sein, dass man tot umfiel, wenn man vorher gegessen hatte – der Pfarrer kannte so einen Fall!!!). – Michael schläft und schläft. Es gibt, laut Google, Fälle von Fatigue nach der Grippeimpfung. Oder sind es die Rauhnächte?
Jahreswechsel. Spaziergänge, Leute grüßen und wünschen Gutes! „Weisheit des Glücks“, Arena. Paargespräch wie in Heiligenfeld. Wunsch-Liste. Tarot. Feuerwerk regt mich weniger auf als erwartet. – Beim Bloglesen überrascht mich die regelmäßige Wiederkehr depressiver Anwandlungen, Sinn- und Lesekrisen. Frage mich, ob ich zuviel schreibe – eine Zumutung? Bücher gezählt; Titel notiert. – Randale, Rohrbomben, Verletzte und Tote. – Treffen mit meiner Klinikbekanntschaft. Nervenaufreibende Geräuschkulisse durch Kleinkinder, deren Mütter sich im Café die Zeit vertreiben. Dorit reagiert überaggressiv. Leider finde auch ich die Vereinnahmung eines Lokals als Krabbelstube rücksichtslos. Die jungen Familien – und alle anderen – haben keine ruhige Minute. Mehrmals bremse ich Dorits Impuls, sich zu beschweren. Ich gehe über meine eigenen Bedürfnisse hinweg und verhindere einen Eklat, der für mich schlimmer wäre als der Dauerlärm. – Samstag früh Brille verlegt, bis Michael sich draufsetzt – ich hatte sie auf sein Bett platziert. Bis Dienstag hat der Optiker zu. Ich sehe nichts, gleich wird mir schwindlig. Michi konnte sie mit buddhistischer Ruhe zurechtbiegen und den abgebrochenen Bügel notdürftig wieder einklinken. Das WE ist gerettet.
Eine große Familie zu haben kann Geborgenheit und Sicherheit vermitteln, muss es aber nicht automatisch und es ist nichts, was man sich verdient oder erarbeitet hat. Aber ich verstehe, was du gemeint hast und kann es nachfühlen, auch wenn ich mich in einer fast gegensätzlichen familiären Situation wiederfinde. Brille kaputt oder verlieren wäre auch mein Alptraum im Alltag, aber fürs Lesen brauche ich sie nicht. Die Krabbelgruppe im Café ist eine Zumutung, aber ich hätte auch nichts gesagt.