2025-02-22- „Friedensgebet“ – Augsburger Haikukreis – LaxVox und der falsche Krapfen

Letzten Sonntag mit Martha und Josef in St. Bonifaz zum „Friedensgebet“. Der Löwenanteil bestand in endlosen Reden zweier Männer, die auf jeder Wahlveranstaltung hätten stattfinden können. Es war von „Abschlachten“, Mord und Totschlag die Rede. Es sollte für alle Religionen sein. Nach meinem Verständnis hätte das bedeutet: Gebete für alle. Dabei wurde ein Philosoph nach dem anderen aus unserem eigenen Kulturkreis zitiert. Haben die wenigen Araber und Afrikaner überhaupt ein Wort verstanden? Dann traten alte Frauen aus diversen Religionen nach vorn, eine musste gestützt werden. Ich glaube, eine Jüdin; deshalb wurde ihr auch nicht das Mikrofon entrissen, als sie von der „Auslöschung des palästinensischen Volkes“ sprach. Welcher Kontrast! Sie sprachen von sich, wendeten sich an Gott. Zwischendurch ein Flötenduo – völlig deplatziert. Kein Wort zum Anschlag in München, kein Wort des Gedenkens. Als nach 70 Minuten zum Spendenaufruf weit ausgeholt wurde, sind wir gegangen. Da prallen unterschiedliche Auffassungen von Spiritualität aufeinander. Keinerlei Verbindung untereinander hergestellt. Nichts für Seele, Gemüt oder Geist – nur Kopf. Ich habe Etliche aus meinem Umfeld gesehen. Einige waren noch vor uns weg. Die Veranstaltung hat negative Energien verstärkt. Mich hat beschämt, wie wenig die Einladung denen gerecht wurde, die doch ausdrücklich geladen waren. Heimweg bei Glatteis und Schnee. Geteilter Frust, so etwas „Gebet“ zu nennen.

Am Montag habe ich den Augsburger Kreis „besucht“. Wie Yuko sagte: hier seien alle „Freunde“. Also nicht der haarspalterisch-starrsinnige HickHack, der mich in München in die Flucht geschlagen hat. Nur eine fällt etwas aus dem Rahmen. Einige sind noch da, die mit Lollo verbunden sind und ihre Dichtkunst loben. Ich hatte im Zug zwei Haiku mit Bezug auf sie gedichtet. Als Sahnehäubchen sprach mich ein Herr aus Frankfurt an – ob ich Tagebuch schriebe oder dichte? Es wirke so romantisch und welch gute Idee – unterwegs.

Dienstag. Sechs Wochen zuckerfrei (mit einer Sünde am Vortag, fade!). Führung im Jüdischen Museum. Da man vorwiegend stand wurde mir schlecht, sodass ich glaubte, gleich umzufallen – ich musste abbrechen. -Gebrüll am Marienplatz? Lindner in den letzten Zuckungen! Jeweils vier Polizisten standen mit dem Rücken zueinander, acht Augen in vier Himmelsrichtungen gerichtet. Bitterkalt. – Nachmittags Michael zurück. Ganz in meinem Rhythmus, der eigentlich keiner ist, hatte ich viel Zeit vertrödelt. Vor allem Essen fand, anders als sonst, beiläufig statt. Keine Lesungen. Ich für mich bin ja seit Dezember aus dem Tritt, lese nur so „herum“. An diesem WE beenden wir den ersten 490 Seiten-Band. Jetzt folgen die nächsten. Innerlich reifen in mir alle möglichen gemeinsamen Lesewünsche für die nächsten Jahre.

Auf dem Weg zum HNO am Mittwoch sah ich einen Mann mit seinem Eisstock dem Puk hinterherjagen wie die Katze der Maus. Am Ufer des Kanals brotzeitete eine Mutter mit Kindern, eine Frau strickte im Sonnenschein. Als gäben sich Winter und Sommer die Hand.- Doch nur Stimmlippenspalt. Bis ich Logopädie bekomme soll ich „LaxVox“ ausprobieren, ob ich das kenne? (Inzwischen blubbere ich mit einem Schlauch in Wasser. Geht easy Dank youtube, fühlt sich gut an. Der Kehlkopf wird massiert und soll sich senken. Ich mache es gern, aber nicht länger als 2-3 Minuten. Hinterher leichter Schwindel). – Danach sollte der lang herbeigesehnte VanilleKrapfen „stattfinden“: ausverkauft – welch herbe Enttäuschung! Ich musste auf Aprikose umsteigen. Hinterher lag er im Magen. Das beste daran war das Treffen mit Renate. – Inzwischen habe ich Vanille nachgeholt – HERRLICH!

Im Hinblick auf die Wahl fiel mir mit Entsetzen ein: was, wenn die AfD eines Tages die absolute Mehrheit hätte!? Dann führt kein Weg mehr an ihr vorbei. Mit Bangen sehe ich, sehen wir alle, dem Ergebnis entgegen.

 

 

 

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3 Antworten

  1. Ines sagt:

    Zunächst mal sehr beruhigend, dass deine Stimmprobleme eine Ursache haben, die behandelt werden kann. Dieses Friedensgebet ist ja völlig verfehlt, so wie du es beschreibst. Dass der Krapfen nach 6 Wochen zuckerfrei im Magen liegt, ist klar. Sind ab jetzt wieder alle Leinen los oder geht’s noch weiter mit dem Zuckerverzicht? Und stimmt, in dieser Woche haben sich Winter und Sommer abgewechselt.

    • Heike sagt:

      „Leinen los“ – witzig! Das wird sich erst herausstellen, weil ja nicht immer die Tat dem Willen folgt. Ich PLANE jetzt ein paar Krapfen. Dann kommt Bine zu ihrem Geburtstag, obwohl da die (nächste) Fastenzeit schon läuft; außerdem noch der Geburtstag einer ausgezeichneten Bäckerin. Ich wollte bis dahin nicht alle, aber ein paar Leinen loslassen und dann wieder gezielt – aber realistisch – zügeln.

  2. Renate sagt:

    Unter einem Friedensgebet stelle ich mir etwas Verbindendes vor. Blubbern für die Stimmbänder, was Youtube alles bietet. Der erste Krapfen war kein Erfolgserlebnis, der zweite schon.

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