2025-04-12 – Online-Logopädie mit Lippenflattern, Rockoper mit Glitzerherodes + Heilung der Mitte mit körperwarmen Suppen

Sonntag. Draußen Kaiserwetter, allerdings saukalt. Vor meinen Fenstern gehen die Knospen auf, einen Monat früher als sonst. Für mich ist das schön. Mein Kreislauf ist im Keller; ich mag nicht aufstehen, aber liegenbleiben halte ich auch nicht mehr aus. Statt zu lesen – alles, was mich umringt – schaue ich in die Luft. Dauerbelämmert. Morgigen Chor abgesagt. Auch Aetas. Kaum ist der Schnupperkurs vorbei, kommen Anmeldungen für September. Die hätte ich noch gut letzte Woche untergebracht.

Dienstag Verabredung mit Heike Ritter zur Rockoper „Jesus Christ Superstar“ abgesagt bzw verschoben, bei der ihre Tochter als Schülerin des Wittelsbacher Gymnasiums mitwirkt.

Mittwoch Besuch bei Birgitta abgesagt, allerdings Logopädie online wahrgenommen. Üben konnte ich nicht, aber jetzt wieder. Ich soll täglich „Stimmhygiene“ betreiben: morgens ein zehnminütiges Ritual zur Aufwärmung mit einem Strauß an Übungen, die ich sogar schriftlich bekomme. Jede noch so alberne Übung hat einen Namen, hinter dem eine Methode steckt. Mich überzeugt das alles, zwei Tage war ich brav, heute – Samstag – keine Lust. Vielleicht hole ich es nach. Eigentlich soll ich nicht ohne Aufwärmung sprechen, geschweigedenn singen, nicht mal im Alltag. Auf meine Frage, ob das nur für meine kranke Stimme gilt oder bis ans Ende aller Tage, hat sie gelacht. Abends zehn Minuten LaxVox. Gähn…das allerdings ist mit das Beste für die Stimmlippen!

Donnerstag mit Familie Ritter in Karlsfeld zur Aufführung. Ein fantastische Inszenierung, bei der 120 SchülerInnen auf der Bühne sangen, tanzten oder im Orchester spielten. Sagenhafte Talente! Riesenapplaus für eine eher kleine Rolle – einen ganz kleinen Jüngling im roten Glitter mit Zylinder, der einen phänomenalen Herodes darstellte; ebenso für einen leibhaftigen Judas, einen sehr natürlichen Jesus (ein Mädchen), eine ergreifende Maria Magdalena, einen echten Tänzer mit entsprechenden Allüren, reizend. – Sehr unangenehm fiel mir auf wie schlecht ich höre, wenn mehrere Leute reden oder hinterher im Auto; furchtbar, nachfragen zu müssen. Nach diesem Abend bin ich motivierter, mein Hörgerät zu reaktivieren oder was Neues anzuschaffen. Um die schwierige Kommunikation mit Heike auszugleichen treffen wir uns im Tribeca.

Samstag. Meine Schreibgruppe fällt flach. Die Murnauerin ist nach OP und Reha noch immobil; eine andere nach Rippen- und Hüftprellung lädiert. Das kommt meinem Energielevel entgegen – bin gern daheim; blicke einem Osterputz ins Auge – immerhin Bad und Küche geschafft. – Ganz wichtig. Mein Palmseselchen von Sr.Therese wurde von Michael zum wiederholten Mal operiert und geheilt – wie oft ist es schon zerbrochen! Jetzt kann es wieder stehen – pünktlich zu Ostern.

Heute koche ich – dessen entwöhnt entsprechend umständlich. (Hühnersuppe mit Linsen, Gemüse und Kichererbsen wie letztens für die Peergruppe). Michael versucht, sich meinem Kochstil aufzuschließen, aber mir ist, als nähme ich ihm etwas. Er kocht eben gern und weniger nachlässig als ich; nach-lässig eher, was den Umgang mit tropfenden, fettigen und bröselnden Zutaten betrifft… Nicht, dass Lustlosigkeit gezeigt würde – eher liegt was in der Luft. Es hat dann aber doch herrlich geschmeckt. – Die Buch-Empfehlung meiner Ärztin, „Heilung der Mitte“, beinhaltet viel Ernährung. Demgemäß ist die größte Sünde, NICHTS oder, noch schlimmer, rohes, ungekochtes Müsli zu frühstücken. Die TCM hat freundliche, bildhafte Worte über Organe und ihre Funktionen. Ich freunde mich gedanklich mit den empfohlenen Breis an. Das passt in meine Stimmung, da ich energetisch „unten“ bin; (auch zu „Großer Tiger und Christian“). Essen soll Freude machen, schmecken; am besten soll alles – metaphorisch gesprochen – eine „körperwarme Suppe“ sein. Brei nicht mit Milch, sondern mit Wasser kochen. Lieber etwas „Schlagobers“ dazu. Reissirup bestenfalls, falls man Süße braucht. Das mache ich mit Haferkleie auch, gefällt mir. Mir wird neu bewusst, dass Essen alles andere als Nebensache ist. Allerdings langweilt es mich auf Dauer gewaltig, immer wieder dasgleiche zu lesen wie eine Predigt.

 

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Eine Antwort

  1. Ines sagt:

    Dauerbelämmert ist ein sehr treffendes Wort. Du musstest letzte Woche vieles absagen, aber jetzt scheint dir besser zu gehen, wenn schon der Osterputz angefangen hat. Bei körperwarmer Suppe oder Brei muss ich mich schütteln, das mag ich gar nicht. Aber für dich kann ich es mir vorstellen , weil du doch Kaltes nicht magst. Dagegen deine grandiose Hühnersuppe könnte ich jede Woche essen. Stimmtraining und Ernährung nach TCM scheinen gerade große Themen in deinem Leben zu sein.

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