Saftiges München, Mateos Regulationsprobleme, Sörens neue Beziehung, hippe 40-jährige, ESC
Die Woche ist wieder so schnell vergangen. Montag kam Luisa aus Hamburg, die bei uns Zwischenstation auf dem Weg nach Innsbruck und dann an den Gardasee gemacht hat, wo sie mit Freundinnen aus dem Studium eine Urlaubswoche verbringen will. Wir trafen uns nach der Arbeit mit ihr beim Vietnamesen und ich fuhr danach zum Linedance. Dienstag war außer Arbeit und Fitnessstudio nichts Außergewöhnliches, aber das Normale ist ja auch das, was wichtig ist. Normal ist, dass ich morgens so viel Freude daran habe, mit dem Fahrrad durch die kühle Morgenluft zur Arbeit zu fahren und München mir im Moment so grün und saftig vorkommt wie zu keiner anderen Zeit. Am Mittwoch vor dem Frühstück 40 Bahnen Schwimmen im Südbad. Danach Einkauf und relativ bald zu Maja und Mateo. Sören kam auch und ich kochte für uns drei Tagliatelle mit grünem Spargel. Wenn Sören und ich mit Maja zusammen sitzen, erinnert mich das immer an unsere erste Zeit in München als Jaron noch nicht geboren war und wir unser Leben als kleine Familie begonnen haben. Obwohl damals auch schon vieles schwierig war, war es doch eine besondere Zeit mit Klein-Maja, die wir sehr intensiv erlebt haben. Natürlich ist Mateo jetzt da und wieder mussten wir uns viel um ihn kümmern, weil er immer noch sehr unter Blähungen oder anderen Regulationsproblemen leidet. In der Zeit, wo er schlief, berichtete Sören, dass er jetzt eine Freundin hat, erstmals jemanden, den er wieder näher an sich herangelassen hat. Allerdings würden die Freundin und er jetzt schon dauernd streiten und er war sich nicht sicher, wie es weiter gehen soll. Sie lebt in Murnau, hat drei Söhne, die ausgezogen sind und einen Exmann, mit dem sie bis vor wenigen Monaten über 30 Jahre zusammen war bevor dieser sie verlassen hat. Als Sören ging, packten wir Mateo in den Kinderwagen und gingen 2 Stunden an der Isar spazieren, bis uns beiden die Füße weh taten. Zwischendurch musste Maja auf einer Bank stillen, weil er sich durch nichts anderes beruhigen ließ. Ich hoffe, Mateo muss bald nicht mehr so viel weinen. Am Donnerstag wieder ein freier Abend. Am Freitag, Fitnessstudio. Danach sind wir noch in die Stadt, um ein bestimmtes Schlafsofa für Huberts neues Zimmer in einem Showroom anzuschauen und waren noch beim Augustiner was essen und Bier trinken. Der Laden brummte und es war eine nette Stimmung, auch durch die Italiener an unserem Tisch. Samstag nach dem Frühstück und Markteinkauf fuhren wir nach Schliersee, weil wir dort einiges Zeug hinbringen und eine Garderobe anbringen mussten. Wir fuhren danach direkt wieder nach München, da wir am frühen Abend zum Grillen bei Julien zu seinem 43 Geburtstag eingeladen waren. Wir waren natürlich die Ältesten unter lauter hippen 40-Jährigen, die mich größtenteils nicht interessierten. Um 22 Uhr fuhren wir heim und ich schaute noch den ESC an, habe allerdings den deutschen Beitrag verpasst. Trotz Müdigkeit konnte ich mich nicht losreißen und habe unvernünftiger weise bis zum Schluss geschaut. Der Österreicher mit dem Countertenor hat verdient gewonnen. Heute steht ein Telefonat mit meinem Vater an und ein kurzer Besuch bei Mateo. Abends Tanzkurs und schon ist die Woche wieder vorbei.
Meinst du, es geht schon Richtung Regulationsschwierigkeiten? Hoffentlich „reguliert“ „es“ sich noch von selber. Es ist ja auch ein schwerer Schritt hinaus in die Welt. – Sören mit neuer Freundin und Streit, vielleicht als gewohntes Salz in der Suppe, ohne das es nicht geht und das sich mit jeder Vertrautheit als Gütesiegel einstellt? – Das „Normale“ bei dir kann ich direkt mitspüren – den frischen Wind auf dem Fahrrad. Wieder hatte ich dieser Tage gelesen, dass das Tagebuch nicht vorwiegend dem „Besonderen“ gelten sollte. Interessant, nicht?! – Immerhin erfahre ich durch dich, dass der Countertenor gewonnen hat, auch wenn ich selber vor Langeweile, Unverständnis und Empörung dauernd und dann endgültig eingeschlafen bin. Auch wenn ich nur einige gehört habe und sowieso nicht kenne, habe ich mitbekommen, dass und wie er singen kann.
den ESC schaue ich eigentlich nie. Am Sonntag, bei meinem Kollegen Alex amüsierten wir uns vor seinem Tablet über die Songs aus Estland und aus Schweden. Man mag den Humor nicht teilen, aber so absurde Beiträge sind eine lustige Abwechslung, wo es ja doch um ehrgeizige Leistungen in Richtung weitere Karriere geht! Den Countertenor fand ich wirklich toll! Ein paar Tage später war er im Moma eingeladen, ein beeindruckend sympathischer junger Mann. Was ich auch interessant fand: Er will den Weg weiter beschreiten, mit eigenen Songs, weg von der Opernbühne.