2025-09-21 – Eindrücke + Ausflug – Kuchentratsch + Dasein – Beerdigung in Heldenstein, nachgefeierter Feiertag + Tolstoi

Papierkauf bei Schulbeginn! – Hitziger Vortrag einer Ex-Kindergartenmutter über Zucker. – Lebloser Afrikaner im Drogenrausch am U-Bahnhof. Alles geht ungerührt vorbei. Eine Frau aber bestätigt mir, man müsse Hilfe holen, nimmt es dann in die Hand. – Kürzlich Film über Qualtierhaltung; heute Reha- und Sportmedizin-Zentrum für Hunde und Katzen (!) in der Waisenhausstraße entdeckt. Es fehlte noch ein Fitnesstudio. – Gestern Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen sowie Igor Levit gehört über „blanken, ekelhaften Antisemitismus“, den jeder Jude auf 300m gegen den Wind röche. Bezogen auf die Ausladung von Gent vollziehe ich es nach. Bezogen auf Politik? Das Gegenteil aller Behauptungen sei wahr. Hilfslieferungen, Rücksicht auf Zivilbevölkerung. Ein klassischer Fall von Täter-Opfer-Umkehr. – Ich betäube mich in Tolstois Armen.

Sonntag Sauwetter – keine Lust zum Tag des Denkmals. Bines Elend am Telefon kreist auf neuer Eskalationsstufe. – Tolstois Blick auf verschiedene Figuren und Tibets Bestattungsrituale und Todesvorstellungen heben mich empor. – Auf meinem Spaziergang zum Friedhof Jonas mit Felix getroffen. Wolkenberge, Altweibersommer.

Ausflug mit Birgitta bei grandiosem Alpenblick und kräftigem Wind ans Ostufer des Starnberger Sees, Spaziergang 8,1 km, Einkehr Strandbar mit Fischsemmel und Küchlein, vorbei am Bierbichler, einem Stand mit geschnitzten Floßholz. Leider hatte ich am Schluss Kreislauf mit schweren Armen, schwarz vor Augen – ein Grund, heimzufahren. Insgesamt ein schöner „Urlaubs“-Tag!

Dienstag wunderbare Behandlung bei Herrn Diemer. Dann Renates Geburtstagseinladung ins Café Kuchentratsch mit enormer Kuchentheke. Ich hatte sowohl Renates als auch meine innere Erlaubnis, mich durchs Sortiment zu schlemmen, musste aber nach extrem üppigem Cheesecake passen. Allerdings bekam ich nach Cappuccino noch ein rot-grünes Erdbeer-Matcha-Getränk! Sehr gemütliche Umgebung, jung und alt, schwarz und weiß, reges Gespräch stundenlang. Schön war’s!

Mittwoch mit Herumfeilen am Dasein-Programm verdödelt. Telefonat mit Heike, weswegen ich daheim geblieben bin, verschiebt sich auf abends – Durchlesen des neuen Verwaltervertrages für Augsburg narkotisiert mich. – Breche ich Anna Karenina ab? Das Lesegefühl erinnert an „Vom Winde verweht“. Die Sprache exquisit, geschmeidig zu lesen, Gesellschaft und Leben in Petersburg und Moskau, errmangelt es für mich der Dringlichkeit. Lese dann doch weiter und lande genau bei Verwalterthemen.

Donnerstag erneut Tel. mit Heike, Terminvorschläge ihrerseits passen nicht – alles aufwändig. – Putzorgie angesichts der Erwartung von Jakob. Eines der Ziele der anstehenden Autoausleihe, Oma Renate zu Christines Beerdigung mitzunehmen, scheitert an ihrem demenziell verstärkten Desinteresse. Bringts mir halt a Buidl mit. Jakob würde es als unsere Aufgabe ansehen, sie zu motivieren; mir ist es nicht gelungen. Und was, wenn sie diese Wurschtigkeit am Grab zeigt? – Michael hat gebacken und aufgekocht für einen schönen Empfang. Gutes 3-er-Gespräch.

Am Freitag früh Richtung Flughafen, Leihauto holen. Unterwegs erwies sich Jakobs Deutschlandticket als abgelaufen oder nicht abgebucht – 60 €uro. Das Auto selbst frisch geschäumt? Beim Aussteigen ist mein Hinterteil durchnässt bis auf die Haut. So geht es zur Beerdigung mit Hunderten von Menschen. Sehr bewegend, auch erschütternd und für so ein Kaff mit einfachen Menschen überraschend individuell. Die Urne eingekleidet in den Stoff einer ihrer Blusen. Alles sollte bunt sein. Dann traditionell eingekehrt. Zurück zum Flughafen, dann S-Bahn. An solchen Tagen will ich wieder ein Auto. – Heute Jakobs Abfahrt, doch musste ich zur Schreibgruppe. Die allerdings war beglückend. Einige hatten abgesagt; zwei „Störfaktoren“ sind ausgeschieden (die „Wichtige“ und eine allzu „Zweidimensionale“), was sich an gelöster Atmosphäre, Lachen und in freierem Schreibfluss niederschlug. Die Enkelin einer Teilnehmerin wäre gern mitkommen! Hat mir hinterher ihre Version verschiedener Impulse geschickt!! Dass Dasein die Gruppen groß will steht meinem und dem Bedürfnis der Teilnehmerinnen entgegen. Eine Nachrückerin aber hat sich mühelos eingefügt. Sie war schon mehrmals bei Dasein dabei. – Michaels Geburtstag (= Hochzeitstag) haben wir, ihm gemäß, übergangen.

Sonntag: Mutmaßlich letzter Schwimmausflug, deren Anzahl hinter anderen Jahren zurückbleibt. Deutlich abgefrischt, herrlicher Bergblick; im Anschluss von Pasing bis Blutenburg spaziert, wo wir ein festliches Mahl für gestern nachgeholt haben.

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2 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Glückwunsch zum Hochzeitstag. Eine Freundin von Hubert ist Kleintierphysiotherapeutin, das finde ich auch immer so grotesk. Erst dachte ich, ihr seid zur Beerdigung mit dem Flugzeug, scheinbar am Flughafen nur das Auto geliehen. Ist schon umständlich und dann auch noch der feuchte Sitz, wie unangenehm. Du bist wahrscheinlich nicht mehr gewohnt, so viel Kuchen zu essen, so dass der Magen jetzt früher streikt. Der Starnberger See hat auch mir ein Urlaubsgefühl beschert, insbesondere ist Ostseite ist so schön. Das Thema Antisemitismus und der Gazakrieg wird meines Erachtens vermischt. Als wenn man antisemitisch ist, wenn man die Kriegsführung Israels verurteilt. Die Nachrichten über die leidende Bevölkerung sind unerträglich.

  2. Renate sagt:

    Schon vier Jahre verheiratet, ♡lichen Glückwunsch! Ärgerlich die 60,00 €. Ein Fitnessstudio für Tiere wird sicher noch erfunden. Über 8 km gegangen ist doch super, auch wenn dich am Schluß der Kreislauf im Stich ließ. Dranbleiben!

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