Rückblick, Bologna, La sonnambula

Rückblick: Penzberg, ein Stück mit dem Bus und eines mit dem Zug. An der Bushaltestelle Unterhaltung mit einem Mann, der in München aufgewachsen ist. Auf Nachfrage sagte er mir, wo. Kaltherberge! Ich kenne genau eine Frau, die Exfreundin meines Onkels, in dieser Siedlung und siehe da er hat sein Elternhaus genau gegenüber. Am nächsten Tag in die Schönklinik. Knochendichtemessung, mit ausführlichem Gespräch mit der Osteologin. Ständige Berichte über den Gesundheitszustand von Achim, mit dem ich 5 Jahre in der Siebzigern zusammen war. Samstag Flug nach Bologna. Mit dem Bus in die Stadt. Hotel in unmittelbarer Nähe zum Hbf. Stadtbumnel! Was wirklich unmöglich ist, sind die vielen Schmierereien an den Arkaden und Wänden. Das schmerzt richtig dieses Geschmiere an diesen alten Mauern zu sehen. Viele, viele Schritte gegangen an diesem Tag. Immer wieder informierte mich Gudrun, die Schwester von Achim, über seinen Gesundheitszustand. Mit dem Zug nach Ancona, wo uns Hildegard und Jürgen abholten und uns in unsere Wohnung brachten. In Marcelli, einem Badeort, haben H.u.J. eine Ferienwohnung fest gemietet. Hildegard hat ein Händchen Wohnungen einzurichten, ist außerdem eine begnadete Köchin. Am Montag hatte sie Geburtstag. Ausflug in ein kleines Städtchen. Bevor wir in das Lokal gingen, las uns Jürgen, auf Wunsch von Hildegard, einen Text von Botho Strauß vor. Jürgen liest so gut. Am nächsten Tag bekamen Eva Vormittag, ich am Nachmittag eine ayurvedische Gesichtsmassage. Wunderbar! Ausflug zum Strand. Fisch gekauft, den Hildegard am Abend grillte. So lecker! Am Mittwoch brachte uns Jürgen zum Zug. Den letzten Cappuccino in Bologna getrunken. Mit dem Marconi Express, einer Einbahnschienenbahn, zum Flughafen in 7 Minuten. Flug hatte etwas Verspätung. Luis am Donnerstag abgeholt. Emilia war bei einer Klassenkameradin. Andy hat gekocht. Luis machte seine Hausaufgaben, danach gefühlt stundenlang Ball gespielt. Luis war ein Gorilla, ich die Zirkusdirektorin, die dem Affen den Ball zuwarf. Mal in die rechte Pfote, mal in die linke, mal musste er mit beiden Pfoten fangen. Die Nachrichten von Gudrun wurden immer schlimmer. Wir hofften alle, dass Achim bald sterben kann. Am Freitag Einweisung von Catherine, die ich zwei Wochen vertreten werde. Ich fahre heute mittag zu Eva. Im Kino Bad Tölz wird La sonnambula, eine Aufführung aus der Met gezeigt. Morgen fahren wir zu Mama. Gestern vormittag ist Achim gestorben.

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3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Ich weiß nicht mehr, was Achim hatte. Bestimmt ist sein Tod innerlich ein Einschnitt für dich. Was stets auffällt. Dieser Zusammenhalt, diese vielfäligen, langjährigen familiären und freundschaftlichen Beziehungen, die weiterleben, tragen und gedeihen und teilweise miteinander verflochten sind. Und schon dreht sich alles wieder im Rhythmus deiner vielfältigen Verpflichtungen im „eigentlichen“, alltäglichen Lebensumfeld. Sogar auf einem dieser Wege ist dir ein „alter Bekannter“ begegnet.

  2. Ines sagt:

    Das war eine kurze Italienreise, aber voll schöner Erlebnisse, leider überschattet vom Sterben deines Freundes. Wohnen deine Freunde in Ancona oder Bologna?

  3. Beate sagt:

    Bei deiner Reise fehlte es an gar nichts- das Zusammensein mit lieben Freunden, kulinarischen und literarischen Freuden in Bologna und dann der Schatten dass es Deinem Freund Achim so schlecht geht, die Nachricht von seinem Tod.

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