Lilliane

inzwischen habe ich Lilliane und Alina besucht und bin überwältigt von Gefühlen der Freude und Zuversicht! Alina hatte sich so sorgfältig vorbereitet und ist rührend um die Kleine besorgt, ich wünsche den beiden einen leichteren Weg als den meinen mit damals neugeborenen Alina. Ich denke jetzt oft daran, wie mir Heike und Eva beigestanden haben, wie voll mein Zimmer im Krankenhaus stets war von Besuch, sehr zur Belästigung meiner Bettnachbarin, und Janina, damals Nachbarin, mich abgeholt hat und Alinas Kleidung gebügelt hatte. Besser kann man den Wesensunterschied zwischen mir und Alina nicht beschreiben. Sie will allein sein mit ihrem Glück, sie wehrt alle Besuche außer mir und Bernhard ab, ja, sie schickt weder Fotos, noch Nachrichten, außer zu Aaron. Das Glück das sie hat, genügt ihr vollauf.
Aber ich will von mir reden, auch ich bin überglücklich über Lilliane. Ich hatte alles andere erwartet- mehr Gelassenheit, schließlich weiß ich bei Alina ja nie, ob sie mich mal wieder verstößt, mehr Abstand, schließlich ist ja jedes Neugeborene eine Sensation, usw. Und dann schiesst das Glück ins Herz und ich weiß nicht warum und ich bete darum, dass der liebe Gott ihren Weg beschützen mag und einen guten Engel ihr zur Seite stellt. Und auf einmal tut es so weh, dass Alina dem Aaron schreibt und er sich bedankt für die schönen Bilder und ihr und Lilliane alles Gute wünscht.
Wie gut, dass sie die sanfte Julia an ihrer Seite hatte, die gerade zwei Fehlgeburten zu beklagen hatte und verbunden mit Alina ihrer Freundin sein konnte. Ich war in der Zeit inBonn mit dem Planspiel in Bonn und in allen drei Gruppen war es ein Thema: Wann kommt sie und : herzliche Gratulation! Auch von den Teenies, sehr süß! Birgit und Uwe meinten, die Auswärtung am Freitag können sie allein machen, so nahm ich den Nachtzug und konnte früher bei Alina und ihrem Baby sein.

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Was du schreibst ist sehr berührend, Beate! Wirklich – was für ein Unterschied – umlagert sein, sich aller Freunde versichern, sich und das Baby bestaunen lassen zu wollen und – eigentlich jetzt die Norm – Bilder in alle Welt zu schicken – Alina macht das Gegenteil. Das Schöne daran ist, wenn sie sich erstmal wirklich genügt. Ich spreche nur von ihr – Baby hat ja noch kein Mitspracherecht. Ich dachte, dass heute auch empfohlen wird, nicht Hinz und Kunz reinzulassen, bis die Bindung gefestigt ist. Aber entweder ist das schon wieder vorbei oder niemand hält sich dran. Alles Gute zu wünschen ist wirklich verletzend und kalt bzw völlig ent-bunden inzwischen. Umso größer ist euer Glück im Moment!

  2. Ines sagt:

    Ich wünsche Alina sehr einen guten Start mit ihrer Lilliane. Auch wenn sie jetzt ihr Glück nicht mit anderen teilen will, irgendwann wird sie Freunde brauchen, die sie bei der Betreuung unterstützen. Die Antwort von Aaron hört sich nicht so an als wollte er sich als Vater engagieren.

  3. Renate sagt:

    Schön, wie du das Glück deiner Tochter beschreibst, die sich ganz auf ihr Baby einlässt und alles von außen auch draußen lässt. Nüchtern die Worte von Aaron, dem Kindsvater.

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