2025-11-16-Sturmfreie Ausläufer – alles zuviel oder zuviel des Guten – als wenn das Neulernen des Ruhestands noch nicht abgeschlossen wäre
Mittwoch. Michael ist morgens in Köln in den Zug gestiegen und bis zum Mittagessen zurück. Ich hatte mir viel vorgenommen. Nur ein Bruchteil dessen kam „sturmfrei“ zustande – allein fehlt mir die Struktur. Zwei Tage WE „VERLOREN“ – wirklich? Leicht temperiert, flau, aber immerhin zweihundert Seiten „Erniedrigte und Beleidigte“, gepackt davon, wie das wie eine unendliche Geschichte aufgebaut ist; auch hier ein „fremdes Kind“ wie bei Wilhelm, auch hier ein rettender Mann; allerdings kommt Armut vor, nicht nur bei „den anderen“. Es heißt immer, es gebe Tolstojaner und Dostojewskajaner, ich sehe schon, wohin ich gehöre, muss aber einhalten, was ich angekündigt habe, Einstieg mit Tolstoi. Beide schreiben Spirituelles mit. Russische Weihnachten – schwierig, viele so brutal, dass ich sie nicht auftischen kann, oder langweilig, genauso schlimm. – Ausnutzen meines Alleinseins (Birgitta und Peergruppe); Weibsbilder-Führung sausenlassen. Renate konnte nicht, das Wetter mies, ich kränklich – FREIZEIT bzw ersatzweise 3-Stundentelefonat! – Montag Chor abgesagt, Aetas abends musste sein. Neue, bequemere Stühle im unteren Raum – zumal wir auf dem Schoß schreiben müssen. – Da Jakob zu Jonas‘ Hochzeitsfeier anreisen wollte, selber Geburtstag hatte, konnte ich die Praxis-Schreib-Gruppe, obwohl alle extrem beschäftigt sind, von Samstag auf Dienstag zu mir vorverlegen – Imbiss, auf Marthas Magen und Gabrieles Basenfasten ausgerichtet. Teilweise sehr lustig, schön und komplett anders so privat. Um nicht ins Hudeln zu kommen „das OHR“ verschoben; ebenso meinen „Chinesischen Termin“, der mich Zeit und Geld kostet. Ich werde nicht warm mit dieser Methode, mit der Ärztin und dem scheußlichen Pulver. Ich mag ja das Geistige, Geheimnisvolle. Aber für mich lebt die TCM von Bildern. Ohne die Mitteilung darüber, wie ich sie Herr Diemer (oder früher Heide) kenne von „sprudelnder Quelle“ oder „Wölkchen“ ist mir das nicht zugänglich. Ohne bildreiche Worte keine Besserung. Zusätzlich geht der Gedanke mit, ich sollte passives Pulvertrinken in aktive Bewegung umsetzen. Wenn ich es nur täte! – Freitag früh Ankunft Jakob, später verabredet, um etwas zu besorgen; dann Speisen im Blauen Haus mit zufälliger Hospizbegegnung – geht mir immer nahe. Mit Jakob (nochmal) „die Ärztin“ angesehen, worüber wir im Nachgang angeregte Diskussion hatten, auch noch im Ruffini, wo wir auf seinen Wunsch am Samstag gefrühstückt haben. Emilian, Jana und Manu kamen ebenfalls. Abends – Hochzeitsfeier von Jonas und Lily, für uns herausfordernd, aber auch ein Glück; denn die alten Freunde sind „lieb“ mit mir/uns. Petras und Fritz‘ Freunde, ER ein alter Schulkamerad von mir – ich nicht die Einzige, die schlecht hört. Habe mich gerührt gefühlt, dass Lily mich als ihre „Freundin“ vorstellt. Zerrissen zwischen Michael und anderen. Ihm geht es gut, wenn ich ihn stehenlasse, mir, wenn ich meinen sozialen „Verpflichtungen“ nach meiner Art nachkomme. Fix und alle nach wenigen Stunden; heute früh Abreise Jakob; gleich die Saubande mit euch, abwechslungsreich, lustig, künstlerisch hochwertig, allerdings absehbar zu viel des Guten. Zudem hängt mir ein Kummer nach, den ich nicht abschütteln kann. Ich schaffe es nicht immer, konsequent bei EINER SACHE am Tag zu bleiben, weiß längst, dass ich das nicht mehr verkrafte – einer der dringlichsten Punkte für meine Gesundheit. Heute abend Schwarzer Hahn – lässt sich auch nicht verschieben. Ich denke an Ambross‘ „du bist und bleibst zerstört von der Nacht vorher…“. Alles wächst über den Kopf. – Ein Highlight war der Sieg über ein quälendes Gefühl des etwas Verlorenhabens einer für mich wichtigen literarischen Passage über einen Sterbenden, dem der Diener die Füße hielt. Ich habe es im Gespräch mit Michael wiedergefunden und spüre jetzt noch die Erleichtertung. – Dringend reduzieren! Das Gegenteil passiert. Es ist zu schön.
Ich weiß zwar nicht, welche Verbesserung du dir von der chinesischen Ärztin erwartest, aber wenn es gar nichts bringt, würde ich Zeit und Geld sparen. Nur eine Verabredung bzw Event am Tag ist für Körper und Geist bekömmlicher. Bloggen geht bei dir immer noch dazwischen. 🙂
Es gibt einfach zuviel Schönes zu sehen und zu hören. Konsequent bei einer Sache am Tag zu bleiben ist nicht leicht. Ich schließe mich Ines Meinung zu der chinesischen Ärztin an. Aber war es nicht so, dass du durch die Behandlung der Ärztin besser, bzw. schmerzfrei gehen konntest?