Traurig, erwartet und es ist gut

Gestern in der Früh ist unsere Mutter gestorben. Die Verschlechterung ihres Zustandes begann nur wenige Tage davor. Jeden Tag, bis auf Montag, an dem Achims Trauerfeier stattfand, waren wir bei Mama..Am Freitag waren Linda und ich lange bei ihr und da war klar, dass es bald dem Ende zugehen wird. Am Samstag war ich um 7.00 Uhr bereits in Tölz, Eva holte mich ab und wir fuhren nach Penzberg. Das Personal kondolierte uns unter Tränen. Mama war sehr beliebt, obwohl sie sich nicht mehr äußern konnte. Ihr Lächeln und ihre höfliche Art, nahm alle für sie ein. Es war ein friedliches Bild, wie Mama in ihrem Bett lag. Linda wollte unbedingt nochmal kommen. Ich hatte Angst, weil sie nicht wollte, dass Andy sie fährt. Sie kam gut an und hatte einen Weinkrampf am Bett. Sie spielte ihrer Oma ein Lied vor von Ed Sheeran vor, dass er für seine Großmutter geschrieben hat. Ich glaube Linda hat auch um ihren Vater geweint, von dem sie sich nicht mehr verabschieden konnte. Micha war immer informiert und hatte auch das Angebot mit Eva oder uns mitzukommen. Er schrieb, dass er es nicht packt. Er hat sich von seiner Oma verabschiedet, als er sie im Heim besuchte. Micha, der sich sonst einfach davonschlich, hat seine Angst diesesmal benannt. So waren wir gestern zu dritt bei Mama, bis der Bereitschaftsarzt kam und ich bei Aetas anrufen konnte, um den Tod von Mama anzuzeigen, die dann den Transport nach München veranlassten. Ich bin noch mit zu Eva, wo wir, mit großer Hilfe von Andrea, die Trauerkarten und die Sterbebildchen am PC entwarfen. Zu später Stunde rief Linda an. Der Nachbar, von dessen Wohnung sie einen Schlüssel hat, wurde tot aufgefunden. Ich kannte Herrn S. gut, von meiner Zeit als Mieterin in dem Haus. Habe oft mit ihm geratscht, wenn ich bei den Kindern war. Linda hat der Schwägerin, die auch da war, angeboten, auf den Bereitschaftsarzt zu warten um ihm die Wohnungstür auszuschließen. Für Linda ein anstrengender, kräftezehrender Tag.

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3 Antworten

  1. Ines sagt:

    Liebe Renate! Als ich gestern deinen Status bei WhatsApp gesehen habe dachte ich mir schon, dass deine Mutter gestorben ist. Sehr tröstlich finde ich, dass sie so beliebt war und wie ihr als ihre Familie sie begleitet habt. Gleichzeitig mit der Trauer kommt die Erkenntnis, dass sie es geschafft hat hinüberzugehen und dass es gut ist.

  2. Heike sagt:

    Ich bin jetzt nochmal – wie das Heimpersonal – zu Tränen bewegt. Vielleicht auch deshalb, weil sie alle OHNE WORTE für sich gewinnen konnte, unfassbar, diese Resonanz. Dass Micha „es nicht packt“ findet sein Gegenstück in Linda, und nicht genug damit – dann noch der Nachbar. Das ist extrem. Lindas Lied kenne ich nicht, will es mir anhören. Geheiligte Zeit jetzt, ein segensreicher Auftakt in den Advent.

  3. Beate sagt:

    Es ist ein trauriger Abschied und es ist so groß- das Zusammenspiel in euerer Familie, wo alle für sich eine Erinnerung haben werden die verbindet und die bleibt

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