2026-01-11-Sturmfrei – Rauhnächte – Schreibgruppe + Jahresauftaktkaffee – Projekte wie Tolstoi und Psychoanalyse – Wintereinbruch

Freudige Botschaft: Die Volksbühne erstattet Kosten für die falschen Karten zurück! – Rückzug in Rauhnächten überdacht. Wie sollte der nötige „Stillstand“ in Gesellschaft gehen? Übertreiben überdacht: Michael sagte kürzlich, er dachte, ich segne das Zeitliche, Notarzt aber hätte ich vehement abgewehrt. Ich erinnere mich dunkel. Gürtelroseimpfung: Ich glaubte nicht als Einzige, mein letztes Stündlein hätte geschlagen. Trotzdem klang aus meinen Beiträgen ein leiser Hang zum Drama.

Ich kruschtele moderat, habe drei Küchenschubladen ausgewischt und „geordnet“. Michael sieht kaum Unterschied. Auch in meinem Zimmer tue ich, was ich kann – zuviele Sachen auf zuwenig Raum.

Auf dem Weg nach Christkönig herzliche Begegnung mit Frau Petermichl von Aetas, die 2016 „zum Tode“ erkrankt war, sich aber gefangen hat. Leider sang der Chor dann mehr als die Gemeinde, weswegen ich eigentlich gern dahin gehe. Allerdings viele drollige Könige im Alter zwischen drei und dreizehn Jahren. Wir alle sind Könige, sagt Pfarrer Bauer. Am Kanal spielten Männer Eisstockschießen, Familien liefen Schlittschuh. Nach der Kirche zu Birgitta marschiert – etliche Stunden getagt, dann zu Fuß nach Hause: 35 + 20 + 25 = 80 Minuten bei 10 Minusgraden, dank meinem teddygefütterten, wetterfesten Mantel kein Problem. – Es kam überraschend, dass Michael wieder einige Tage zu seiner Patentante (nach Grippe, Lungenentzündung UND Krankenhaus!) fahren sollte. Noch hatte ich keine Einladung ausgesprochen. Ein Glück. Köln wurde verschoben: Ich muss niemanden ausladen.

Am Mittwoch beim Frühstück Rolle rückwärts. Anruf von Helga, sie sei so schwach, kann Michael doch gleich kommen? Adhoc Koffer gepackt, die bereits verfallen geglaubte Fahrkarte galt noch, ab zum Bahnhof. Keine Zeit für Vorfreude und Pläne. Jetzt nutze ich sie nicht, sondern sandele herum. Lediglich für Samstag spontan meinen Rosenstammtisch eingeladen, die Initiative kam von der anderen Heike – Adventstee als Jahresauftakt nachholen. Winni kann nicht, aber die anderen beiden.

Freitag. Seit zwei Tagen allein. Was hätte ich mir alles vorgestellt. Aufräumen an erster Stelle. Ruhe genießen. Wie will ich sturmfrei nutzen? Bisher nichts vollbracht, in die Luft geschaut, aus dem Rahmen gefallen. Das Chaos, das ich Michael anlaste – stärker ohne ihn bzw anders. Nach eineinhalb Tagen packt mich plötzlich die Koch- und Backlust. Michael und ich backen jetzt parallel und synchron: ich hier, er dort. Birgittas „Seelen“ nachgebacken. Suppe gekocht. Martha sagt manchmal, wenn es in der Borstei Demeterhühner gibt. Erst wollte ich die Suppe auf Besuch ausrichten, dann aber habe ich mich für meine Griesnockerlsuppe entschieden. Inzwischen räume und putze ich aufgrund 3-Rosen-Besuchsdruck.- Erst Schreibgruppe – für die die Tasche schon gepackt ist: Handzettel,  Material, Tee, Knabbereien usw. Leider ist der Tag allzu voll, aber es hat sich (zwingend?) so ergeben. Beatrix verschoben. – Ich beginne eigentlich gerade, die Ruhe zu genießen.

Am Samstag früh raus. Etwas andere Schreibgruppe diesmal, insgesamt etwas aufwühlend. Passgenau hatte ich zufällig einen heilsamen Text vom Dalai Lama dabei. Leider allzu knapp getaktet musste ich danach rennen, um meine „Kleinen Rosen“ zu empfangen. Den Tisch schon am Vorabend gedeckt, Kuchen gebacken. Reges Gespräch bis Abend – angenehmes Zeitmaß.

Heute  will ich mich end-gültig mit der Textauswahl für Mittwoch beschäftigen, alles kopieren. Damit das nicht uferlos wird muss ich relativ genau planen. V.a. bedenken: Ich kann nicht ALLES auftischen… Heute: eventuell Marstallsalon (wobei mir das momentane Buch – Vorlage zu Cabaret – nicht taugt). Telefonat mit Susa, ein Marathon. – Außerdem: mein „psychoanalytisches Tagebuch“ angefangen. Eine fixe Idee, die mich bei der kürzlich gesehenen Doku über Freud angeflogen hat? – Seit gut einer Woche Eiseskälte. Schnee. – Ich lese Liobas fantastisches Buch von Ljudmila Ulitzkaja, „das grüne Zelt“, über Freundschaften fürs Leben über und durch die Literatur. Eine Wohltat nach all den strengen Lektüren der letzten Wochen und Monate.

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Eine Antwort

  1. Ines sagt:

    Was ist denn ein psychoanalytisches Tagebuch? Der „leise Hang zum Drama“ lässt mich schmunzeln. Wie ich hast du viel aufgeräumt und geputzt, das passt doch zum Jahresbeginn. Auf die Idee zu backen würde ich bei Sturmfrei allerdings nie kommen, das zieht gleich wieder so viel Aufräumarbeit nach sich und wer soll das dann alles essen?

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