2026-02-08- 2 Chöre – Herr Diemer – Kinderarmut – Oma Renate – Schreibgruppe – Einschreiben-Jakob + Cabaret

Montag Chor. Auf Dienstag (nach einer Woche wieder) mit Schwindel zu kämpfen – darüber die Akustikerin verschwitzt.

Der Knüller! Ich habe mich zu einem Chorprojekt in St. Laurentius durchgerungen, obwohl mein Pott eigentlich voll ist! Proben bis Ostern dienstags 19:30 – 21:00, „Auftritt“ Ostermontag. Zunächst zwanglos ohne Anmeldung. Allerdings soll man nicht nur sporadisch vorbeischauen. Es wird noch mit anderen gerechnet. Manche sollen so gut sein, dass sie konzertreif vom Blatt singen. Für mich durchaus anspruchsvoll, die Notierung anders als gewohnt. Eine 4-stimmmige Zeile über den Singstimmen fürs Bläserensemble. Hier sind sogar Männer vertreten – drei Bässe, drei Tenöre. Im Alt bin ich gut aufgehoben. Ab „h“ setzt es bei mir aus. Hier traue ich nicht einfach punktuell zum Tenor oder eine Oktave tiefer gehen. Eher bleibe ich leise oder lasse die höchsten Töne aus. Es wird nicht geduldig wiederholt und erklärt, sondern alles vorausgesetzt. Einsingen unterscheidet sich. Ich lerne und komme mit jubelndem Schall belebt nach Hause. Martha rafft sich auch auf – an meiner Seite. Eins weiter unsere Kindergärtnerin Martina, die sehr gut und sicher singt – seit jeher in allen Chören – verlässliches Geländer an schwierigen Stellen. Wie mir das gefällt!! Es macht Sinn, meine Stimme auch montags zu ölen.

Mittwoch: feinstofflich-paradiesische Behandlung bei Herrn Diemer. Danach Stippvisite bei Lioba. Alltag danach: Essen, Lesen, Nickerchen, hinterher gemeinsam lesen; wegen geplanten Schreibens an die Hausverwaltung bei Nachbarn vorgefühlt, die unterschreiben wollen. Bettina hat etwas formuliert, allerdings emotional und vorwurfsvoll – nicht für die Allgemeinheit geeignet. – Eine Viertelstunde per Asimil ins Polnische reingeschnuppert – dabei hören wir nichtmal die komplizierten Konsonantenfolgen – wie sollen wir sie dann sprechen? Mir wäre ein Kurs lieber. Michi – scheut.

Donnerstag war ich (durch Margot) bei der Armutskonferenz (Kinderarmut und Bildungsungleichheit) mit Beiträgen aus Politik, Wissenschaft, sozialer Praxis (Butterwegge, Milbertshofener Lehrer, Soziologin, Sozialpädagogin; Caritasdirektor), einem Ensemble „Superba“(?), das Grundschülern musikalische Projekte angedeien lässt (einer davon unsere syrische Bahn-Bekanntschaft von vorigem Jahr!!); einem deutsch-ägyptischen Rapper; einem „armen“ Jugendlichen, der das Wort ergriff. Moderiert von Ursula Heller und einem 12-jährigen Kinderreporter, der talentiert, selbstbewusst, aber nicht großmäulig auftrat. Natürlich von der Sonnenseite der Gesellschaft aus Harlaching mit Vater, der im Quartett geigt, selbst Klavier- u. Lateinschüler, beeindruckend sympatisch mit klugen Fragen und etlichen Lachern. Bei der Armutsberechnung fiel mir auf, dass wir (einkommensmäßig) mitten in diesen Bereich fallen. Zu dieser Definition gehören m.E. aber noch andere Faktoren. Außerdem: Was für die meisten dazugehört: Reisen, fallen bei uns ja mangels Bedürfnis flach. – Hier fallen mir „meine Russen“ ein, die zum Teil bitterarm gelebt haben, aufgrund ihrer verbotenen Schriften stets mit einem Fuß im Zuchthaus, unglaublich belesen und dabei mit niederen Arbeiten ihr Dasein fristend. Abseits vom Geld: Zu Dostojewskis Zeit wurde u.a. das Wort „Fortschritt“ verboten – erinnert an USA. „Umtriebe“ gegen den Zaren wurden mit Todesstrafe oder Sibirien bestraft. Auch D. stand schon auf dem Schaffott, als die „Begnadigung“ kam und es „nur“ ins „Totenhaus“ ging.

Auf Freitag kam Jakob. Mit ihm Oma Renate ins hexenhausartige Café „Gans Woanders“ ausgeführt. Renate erinnert sich nicht mehr an Ottos/ Ottis Geburtstagsbesuch mit Kuchen und Blumen, aber zeigt noch Humor, was die Sache leicht macht. Auch weiß sie nichts vom täglichen Hilfsdienst. „Do kimmt koa Mensch.“ – Samstag Schreibgruppe bei Alexandra. Nachmittags trotz Erschöpfung am Schreiben an die Hausverwaltung bzw Geschäftsführung gefeilt. Sonntag damit bei den Hausgenossen hausieren gegangen – viele Probleme im Treppenhaus angehört. Morgen geht es per Einschreiben raus. – Am Samstag – so nett! – mit Jakob im Blauen Haus mit Gabriele und ihrer Tochter zusammengetroffen, die ebenso ins Resi wollten. Leider fanden wir „Cabaret“ trotz toller körper-musikalischer Darbietungen als Gesamtwerk stinklangweilig, platt und fad. Schade um die Zeit. Jakob allerdings kam heute mit ausgebreiteten Armen „welcome, bienvenue“ singend an den Frühstückstisch.

 

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3 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Tolles und anspruchsvolles Chor-Projekt. Singen ist so gut für alles. Wollt ihr jetzt Polnisch lernen? Das ist bestimmt ultraschwer. So anders, diese Sprache. Dein Pott wird echt immer voller. Dein Körper wird dir sagen, wenn es ihm zuviel wird.

  2. Renate sagt:

    Singen auf hohem Niveau, du forderst dich heraus. Polnisch setzt noch eines drauf. Was es mit dem Schreiben an die Hausverwaltung auf sich hat, weiß ich nicht. Witzig, wie Jakob an den Frühstückstisch trat.

    • Heike sagt:

      Also…sooo anspruchsvoll ist das Chorprojekt nun auch wieder nicht. Es ist nur anspruchsvoller als mein VHS-Chor, den ich auch schon ganz toll finde. Und was nie zuviel wird, das ist das Singen! Dafür muss ich nichts tun (vielleicht doch???) oder selber vorbereiten, trage keine Verantwortung, muss nur hinspazieren und mitmachen. Von Polnisch hätte ich wohl mal besser nichts schreiben sollen! Das ist zunächst nur heiße Luft. Das Buch liegt da, weiter ist noch nix passiert.

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