Eine bewegte, traurige Woche
Stundenlange Vorbereitung, mit Vorstellung beim HNO, Chirurgen, Anästhesisten und der Station, auf die ich am nächsten Tag kommen sollte. Alle Fragen waren auf einem tablet zu beantworten. An der Bushaltestelle erreichte mich eine Nachricht von Linda, ich soll sie anrufen. Ich wusste gleich warum. Edeltraud war verstorben. Es ist so traurig. Emilia sagte sie zieht zu Robert, dem Opa, oder ich soll zu ihm ziehen, weil er ihr so leid tut, so alleine. Alle, seine Kinder, Freunde, Verwandte kümmern sich um ihn und doch bleibt er mit seiner Trauer und Einsamkeit alleine. Das wusste ich und doch wird es mir bei Robert und Edeltraud noch schmerzlicher bewusst, was so ein Verlust bedeutet. Doch bei mir stand die Operation am Mittwoch an. Den Rat von Linda, mir sofort ein Mittel gegen Übelkeit in die Narkose geben zu lassen, ignorierte ich, da mir bei meinen wenigen OPs nicht schlecht wurde. Das war bei dieser OP anders. Die zweite Infusion wirkte und ich schlief wie bewußtlos. Meine Stimme ist rauh und belegt, der Hals schmerzt, wegen des Tubus. Das ziehen der Drainage tat, obwohl befürchtet, nicht weh. Aus der Entlassung am Freitag wurde nichts, das der Calciumwert zu niedrig war. Eine hohe Dosis Calcium brachte am Freitag ein besseres Ergebnis und so konnte ich heimgehen, abgeholt von Linda und Emilia. Gut, zu Hause zu sein. Mit kühlen, liegen und lesen beschäftige ich mich. Spurlos geht so ein Eingriff im wahrsten Sinne des Wortes nicht vorbei, die gesamte Schilddrüse wurde entfernt, was bedeutet, dass ich mein lebenlang Tabletten nehmen muss, da ohne Schilddrüse keine Hormone gebildet werden können, eine Aufgabe die nun die Medikamente übernehmen. Es wird sich noch zeigen wie sich das auf mein Leben auswirkt.
Liebe Renate eine sehr traurige Nachricht, auf die du gefasst warst! Emilia mit ihrer Sorge, den Opa nicht allein lassen zu wollen trifft ja ins Herz des Leids, der Hinterbliebene Ehepartner zu sein! Gut dass Du die Op gut überstanden hast und daheim bist. Noch weiterhin gute Genesung!
Auch von mir weiterhin einen guten Heilungsprozess. Ich wusste nicht, dass die ganze Schilddrüse entfernt wurde. Wenn man wie ich und viele andere, eine Schilddrüsenunterfunktion hat, muss man auch lebenslang Thyroxin nehmen, man gewöhnt sich dran. Dann hat der Tod die andere Oma der Kinder doch sehr schnell geholt. Dass es dazu noch einen Ehepartner gibt, war mir nicht bewusst. Gut, dass er nicht allein ist, das hilft ein vielleicht ein wenig.