Symposium, Weihnachtsgeschenke, Essenseinladungen und Fitness-Studio
Diese Woche habe ich nur Montag und Dienstag im Kinderzentrum gearbeitet. Donnerstag und Freitag konnte ich Überstunden abbauen. Zudem Freitag Nachmittag und Samstag den ganzen Tag auf dem Hellbrügge-Symposium zugebracht und Vorträgen zum Thema „Kinder und Krisen“ angehört. Da ging es viel um die Folgen von Corona für Kinder unterschiedlichen Alters, die Folgen von Misshandlung und Missbrauch, aber auch von Krieg und Trauma. Also alles belastend. Aber noch mal vom Anfang der Woche angefangen. Montag besuchte ich mal wieder Florence, meine Trauzeugin, bevor es zum Linedance ging. Sie wohnt in der Nähe des Veranstaltungsorts. Inzwischen ist ihr Partner Michael bei ihr eingezogen, mit dem sie seit ca 3 Jahren eine Beziehung hat. Dadurch war ich also nicht mit ihr allein, sondern ihr Freund saß mit am Tisch. Leider, denn eigentlich hätte ich lieber mit ihr alleine geredet. Die beiden zusammen sind irgendwie anstrengend, da sie in Stereo auf mich einreden und ich kaum zu Wort komme. Ich freue mich, dass Florence wieder einen Partner hat, nachdem sie sehr viele Jahre alleine war, aber mit ihm zusammen ist es nicht mehr so vertraut wie früher. Am Dienstag waren wir am Abend mit 3 Kolleginnen von Hubert beim Vietnamesen Bamyan in der Goethestraße essen. Ich kannte alle Frauen noch nicht. Sie hatten uns zur Hochzeit etwas geschenkt und Hubert wollte sie zum Dank einladen. Mir haben die drei Frauen gut gefallen und man hat gemerkt, dass sie Hubert sehr schätzen. Ein netter Abend. Am Mittwoch war ich bei meinem Hausarzt, weil ich seit längerem unklare Schmerzen in der Nierengegend habe. Er hat meine Organe alle geschallt aber nichts gefunden, was die Schmerzen erklären könnten. Wir verabredeten einen Gesundheits-Checkup mit Blutbild im Januar. An dem freien Donnerstag war ich in der Stadt und habe Weihnachtsgeschenke besorgt, zu Hause tobte die Putzfrau, der ich nicht begegnen wollte. Dieses Jahr bin ich früh dran. Eigentlich hab ich so gut wie alle Geschenke schon entweder gekauft oder bestellt. Es fehlt noch eine Idee für Hubert, der ja gleich nach Weihnachten am 27.12. seinen 60. Geburtstag feiert. Freitag morgens Schwimmen im Südbad und ab Mittags Symposium. Samstag nach dem Symposium eine Einladung zum selbst gekochten Menu bei Bertin, was er uns zur Hochzeit geschenkt hatte. Er hat seit 3 Monaten auch eine neue Freundin, die war beim Essen dabei. Nach dem ersten Fremdeln aufgrund ihres etwas eigenartigen Aussehens (Haare wie eine Perücke, Kostüm, ernste Ausstrahlung), fand ich sie aber doch interessant und nicht doof. Ich bin gespannt, ob Bertin und sie auf Dauer zusammen bleiben. Mir schien, dass sie nicht so viele Gemeinsamkeiten haben. Sie reitet und hat einen Hund. Heute werde ich Hubert in sein Fitnessstudio begleiten. Er hat einen Gutschein für einen Gast und ich will mich mal überwinden und schauen, wie mir das Studio gefällt. An allen Ecken liest man, wie wichtig Krafttraining im Alter ist und dass Ausdauersport und Yoga nicht ausreichen, um im Alter fit zu bleiben. Ich bin aber skeptisch, ob mir das Training im Studio wirklich gefällt. Mir graust es etwas von den Leuten dort.
Nachtrag: Ich bin zurück vom Fitness-Studio. Es war nicht schlecht. Hubert hat mich in einige Geräte eingewiesen, hab geschwitzt. Danach noch Sauna, die sehr luxuriös ist. Man kann zur Abkühlung auf dem Dach spazieren gehen, wo heute richtig Schnee lag. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob diese Art des Trainierens auf Dauer was für mich ist. Es ist ja auch total langweilig. Bin gespannt, ob ich morgen Muskelkater haben werde.
Ich nehme an, du wünschst dir Muskelkater?! Wenn du dich durchringen kannst – alle Achtung. Ich hoffe, ich überlebe auch ohne all sowas. – Den Mann von Florence hattest du schonmal an anderer Stelle erwähnt – ich hoffe, ich baue genug vor, dass Michael nicht zwangsläufig glaubt, mit am Tisch sitzen und, egal auf wen, einreden zu müssen. – Bamyan – so hießen doch die wunderschönen afghanischen Lokale im Glockenbach, die dann schlossen? – Bertin eine neue Freundin, Florence frisch zusammengezogen – wohin du blickst neue Konstellationen. Erstaunlich! – Deine Arztbesuche zeigen, dass du offenbar vertrauensvoll gegenüber Ärzten bist – ihnen etwas „zutraust“. – Schwere Themen in deiner Arbeit – da muss einiges dagegen gesetzt werden.
Ich mag diese langweiligen Geräte im Fitnesscenter. Konzentriert, die Bewegungen richtig auszuführen, lässt das Gehirn schwere Themen, wie z.B. auf dem Symposium in den Hintergrund treten. Muskelkater ist garantiert, zumindest am Anfang. Anscheinend ziehen gerade viele Paare zusammen, oder finden sich. Durch die Anwesenheit des Mannes deiner Freundin verändert sich alles, die Vertrautheit, die Stimmung und die Lockerheit.
Wie ich ja schon mehrfach von meinen Erfahrungen im Fitnessstudio geschrieben habe: Auch ich gehe hin wie zur Schlachtbank für den Muskelkater. Auch mich treibt nicht die Lust an Kraft-, Fitness-, Gesundheitsgewinn, sondern der Teufel des Rollstuhls, der mir von allen Seiten an die Wand gemalt wird. Also: Weitermachen! Es hilft nix