Mateo
Entgegen der Prognose der Frauenärztin und der Hebamme kam Majas Baby doch genau am errechneten Termin zur Welt. Da ich nicht vorbereitet war, hat mich die Whatsapp mit dem Foto von Maja und dem winzigen Mateo am Montag völlig überrascht und emotional überrollt. Mateo ist ein bisschen zu klein und zu leicht gewesen. Er ist nach einigen Stunden starker Wehen schließlich doch mit Kaiserschnitt geboren worden. Obwohl der Muttermund fast ganz offen war, hat sich der Bub nicht nach unten in den Geburtskanal bewegt. Da auch die Vitalwerte schlechter wurden und das Fruchtwasser grün abging, wurde er schließlich doch über Kaiserschnitt geholt. Schade, aber es ist nicht zu ändern und war wohl die richtige Entscheidung. Am Mittwoch besuchte ich die junge Familie im Krankenhaus. Sie hatten ein großes Familienzimmer und Bernd war immer da. Das war so wichtig, weil Maja durch die Operation stark geschwächt war und den Kleinen noch gar nicht heben konnte. Sören und ich fuhren zusammen hin, um unseren Enkel zu begrüßen. Ein besonderer Moment, so ein winziges Wesen das erste mal in den Arm zu nehmen, zunächst noch ganz vorsichtig, so zerbrechlich dieses junge Leben. Am Freitag hat Hubert die Drei abgeholt und in ihr zu Hause in die Holzstraße gebracht. Freitag und Samstag kam bei Maja der Milcheinschuss und sie musste viel weinen. Am Sonntag waren Hubert und ich kurz am Nachmittag da. Das Stillen klappt inzwischen recht gut, aber Mateo schläft nur, wenn er am Körper gehalten wird. Ein Ablegen ist derzeit nicht möglich. Der Tag besteht aus Schlafen, Stillen, Wickeln und kurzen Wachphasen. Davon konnte ich mich heute überzeugen, als ich ab 11 Uhr schon dort war. Erst kochte ich ein Mittagessen, das wir in Schichten zu uns nahmen und später hat Mateo auf mir geschlafen, über 2 Stunden. Reine Meditation. Ich konnte jede kleine Regung in seinem Gesicht studieren, die kleinen Geräusche, die Händchen und die zarten Härchen. Inzwischen finde ich ihn entzückend. Am Anfang hatte ich erst noch gefremdelt mit seinem Aussehen, da er mir nicht familiär vertraut vorkam und ich auch etwas Sorge hatte, dass er nicht ganz gesund ist, weil er für das Gestationsalter einfach zu klein und zu leicht war. Inzwischen hat er sein Geburtsgewicht wieder und noch 100 Gramm mehr erreicht und da er sehr viel an der Brust saugt, ist das Gesichtchen auch etwas pausbackiger als am Anfang. Alles andere, der Besuch bei Dagmar am Donnerstag, die Peergruppe bei Heike, der Besuch von Bertin und Freundin und der Tanzkurs, das Arbeiten, die Politik und was sonst alles passiert ist, steht im Moment hinten an. Ich finde, dass Maja sehr entspannt mit dem Baby umgeht und ich freu mich, dass sie ihn ohne Probleme abgeben kann, um z.B. selber etwas Schlaf nachzuholen. Mal schauen, wie es weiter geht.
Teil 1 hatten wir ja am Freitag gehört, die erlösende Wende kam dann. Ich finde es toll, dass du durchs Bloggen jetzt alles schriftlich festgehalten hast. „Hat auf mir geschlafen…“, so süß. Er schläft nur auf einem atmenden Körper! Was ein Gestationsalter ist kann ich gleich mal nachschlagen. Und ja, die Prognosen, die Erfahrungen, das mutmassliche „Wissen“ – alles dahin. Die Natur hat andere Gesetze und das, was wirklich alarmierend war, hat niemand gesehen. Jetzt erholt sich der kleine Kerl von den Schrecken der Geburt. Sehr schön finde ich, dass ihr alle eingebunden seid und Mateo schon an Huberts Hand bzw an seinem Finger abgeholt wurde.
2 Stunden bewegungslos oder wie du schreibst meditativ. Dieses kleine Menschlein ist genau zum errechneten Termin gekommen. Wie eine Geburt im Endeffekt abläuft ist oft nicht vorhersehbar. Dein Herzschlag und dein Atmen oder auch das einer anderen Person beruhigen Mateo. Ein wunderschönes Gefühl so ein kleines Wesen zu spüren.
Jetzt habe ich deinen Beitrag gleich drei Mal gelesen! Wie schön Du Deine erste Begegnung mit Mateo beschreibst! Und dabei auch: wie behütet ist Mateo von der Familie willkommen geheißen worden! Herzlichen Glückwunsch noch einmal!