Zähe Stunden
Der Wechsel der Pflegerinnen stand heute an. So bin ich zu Mama, die heute so daneben war. Wahrscheinlich hängt das mit dem Wechsel zusammen. Sie verknüpft Dinge, die sie heute gehört hat mit alten Erlebnissen. Ich kapiere dann schon was sie meint. Sie bringt alles durcheinander. Erst sagt sie nein und dann ja freilich will ich das oder das. Mühsam, heiß und zäh waren die Stunden heute. Linda holte am späten Nachmittag Sylvia von der U-Bahn ab. Sylvia die deutsch studiert hat und in Peru Fremdenführerin für deutsche Touristen war, hatte bei Mama gleich einen Stein im Brett, weil sie deutsch spricht. In der Bauernstube hängt das Hochzeitsfoto meiner Eltern. Auf Nachfrage von Sylvia sagte unsere Mutter da war ich 18 und mein Mann 34 Jahre alt. Er war 23 Jahre. Am Dienstag muss ich erneut hin, um zu schauen wie es läuft. Sylvia hat noch nie als 24Stundenkraft gearbeitet. Ich hoffe es klappt mit den Beiden, nachdem Mama heute öfter gesagt hat, da kommt einfach eine Fremde und muss dann da wohnen. Bedauert sie sich oder die Pflegerin?
es ist schon schwierig , vor allen den Wechsel vertragen die alten Leutchen so gar nicht gut. Mein Vater musste sich nach den Anfangsschwierigkeiten, wo er sich dauernd an ein neues Gesicht gewöhnen sollte, schließlich zwei volle Jahre nicht mehr umstellen. Dann hat alles prima funktioniert. Das wünsche ich Euch auch, denn es ist für viele Leute, grad in der Generation, richtig schlimm, wenn sie ihr Heim verlassen müssen.
Ich halt euch die Daumen. Von Heim ist ja bei euch keine Rede und das ist derzeit weniger wünschenswert denn je. Die Privatorgansiation zeigt, wieviel und oft und intensiv ihr trotz allem im Einsatz seid.
Ich hoffe, Sylvia lebt sich gut ein und die beiden verstehen sich.