Made im Speck und Geschwister mit guten Genen
Dritter Urlaubstag am Schliersee. Nachdem mein E-Bike doch noch nicht im Geschäft war, bzw. das Falsche, haben wir uns heute nochmal eins ausgeliehen und sind ein paar Stunden herumgegurkt, über Stock und Stein, durch Pfützen, im Regen und dann wieder bei Sonnenschein. Mittags im Klosterstüberl in Fischbachau Käsespätzle gegessen, die ich jetzt nach 5 Stunden immer noch nicht verdaut habe. Von oben bis unten beschmutzt und durchgefroren sind wir hier in die Sauna gegangen, während die schmutzigen Sachen in der Waschmaschine waren. Jetzt ist mir leicht schwindelig, aber pudelwarm. Sauna geht mir immer etwas auf den Kreislauf, vielleicht, weil ich mich nicht gescheid mit kaltem Wasser abkühle. Während ich hier wie die Luxusmade im Speck meine Zeit genieße, räumen meine Geschwister und mein Vater im Elternhaus die Möbel um. Das Pflegebett muss von der 1. Etage in das Wohnzimmer im Erdgeschoss. Der tägliche Transport über den Treppenlift ist zu schwer geworden, den Pflegekräften kostet es zu viel Zeit und mein Vater schafft das Umsetzen von meiner Mutter nicht mehr alleine. Das bedeutet nochmal einen großen Einschnitt. Pflegebett im gediegenen Wohnzimmer und das Bad, in dem die Waschungen stattfanden jetzt auch nicht mehr erreichbar, weil oben. Auf meine Geschwister ist Verlass. Ich bin froh, dass sie so patent und zupackend sind. Das Gen hab ich nicht geerbt.
Nach Käsespätzle in die Sauna? Das hält kein Kreislauf aus.
Wenn du bei deinen Eltern vor Ort wärst, würdest du auch zupacken.
Es ist schon verrückt, du als … Made im Speck… und die Stammfamilie am Schuften. Meine Erfahrung war (mit damals weit entfernter Schwester) dass man in die Arbeit reinwächst und sporadisch gar kein feeling dafür hat, was nötig ist. Du bist weit weg und hast eine andere Rolle. Und jetzt geht es eben doch zu Hause weiter. Wahnsinnig anstrengende Zeit.