2021-01-03-CoTaBu-Ein Sonntag unter anderen freien Tagen
Tage, die wie im Flug vergehen. Bis mittags im Bett mit meinem alten Blog- und Traumbuch, dann raus in diesen tristen Wintertag mit Beate zum kurzweiligen Spaziergang. Nachmittags bei Michael eingekehrt zu Gemüse-Shrimpsrisotto aus dem Fond unserer letzten Fischessen. Der letzte Schrei sind Fabians Videos, während er ins Eiswasser eines Sees, des Eisbaches oder der Amper steigt. Zur Verdeutlichung legt er die ein oder andere Eisplatte auf den Steg oder ans Ufer. Hauptsache, extrem und dass ich oder jemand hinschaut. Später Telefonat mit der Hamburger Familie Plass, die erstmals mit Kiras neuem Freund Weihnachten gefeiert haben. Gott sei Dank ist sie nicht mehr allein, das wurde wohl hart seit geraumer Zeit. Vielleicht lese ich noch in dem anstrengenden Buch mit dem wundervollen Titel „Ins Ungebundene gehet eine Sehnsucht“ des Ehepaars Gerhard und Christa Wolf über einige Romantiker, insbesondere über Hölderlin; anstrengend, weil nie klar ist, wer wo zitiert wird, woher die Aussagen kommen, um wessen direkte Rede es sich gerade handelt, kein Quellennachweis, sondern eher wie eine eigene literarische Gattung. Eventuell münde ich nachher in den Schirachfilm ein, der seit Tagen auf allen 3. Programmen und ARD abgekündigt, beinahe „verordnet“ wird. Die unterschiedlichen Perspektiven wecken mein Interesse; schade, dass es um Mord gehen muss.
als ich in Berlin Germanistik studierte, war „kein Ort, nirgends“ von Christa Wolf eines meiner Lieblingsbücher, ich habe anlässlich dessen, dass ich so sehr beeindruckt war, das Grab von Kleist besucht. So unglaublich intensiv, wie ich damals Bücher gelesen habe- das ist mir ein stück weit verloren gegangen.
Ja, sie ist für diese Dinge bekannt, „Kein Ort, nirgends“ ist auch in diesem Buch. Die Kassandra steht auch irgendwo hier.Christa fällt mir etwas leichter als ihr Mann, den schaffe ich nur in kleinen Häppchen.