21-01-18-CoTaBu-Überzogenes Jubiläum und Abstrichvarianten

Heute komme ich superpünktlich wohlgenährt nach Hause. Bettina (Ehrenamt) hatte 15-jähriges Jubiläum und hat Pizza für alle bestellt. Die „kleine“ Sonja hat das mitbekommen und eine gigantische Granatapfeltorte mitgebracht mit einer 15 aus Schokolade. Woher Anneliese (Ehrenamt) es wusste? Vielleicht, weil sie ALLES weiß? Sie kam mit einem wunderhübschen Blumenstrauß. Das wäre schön und gut. Jetzt aber steht es bereits bebildert bei Whatsapp. Dazu ist zu sagen: ich schreibe und schenke zu jedem Geburtstag, zu Weihnachten; schreibe zu Ostern, im Sommer. Würdigung ist ein Teil meines Jobs. Heute habe ich Zugzwang empfunden: Anneliese mit Blumen – Renate kennt sie – hatte Demonstrationscharakter. Natürlich können wir das nicht einführen und einhalten. Ein Jubilar bringt mit, wird aber nicht beschenkt, sonst wird das ein Lied ohne Ende. So war mir nur halb wohl. Der Bauch aber ist bestens gefüllt und alles war lieb gemeint. – Hinter vorgehaltenen Händen erfahre ich, wer beim Abstreichen der Nase mehr oder weniger feinfühlig bis rigoros vorgeht; mit Grad der Beliebtheit und Kompetenz, mit mehr oder weniger zugrundeliegendem Vertrauensverhältnis lässt man sich vom einen lieber, von der anderen weniger gern abstreichen. Ich selber – kaum experimentierfreudig – warte lieber auf den Rachenabstrich. Kürzlich spürte ihn noch nach Tagen im Hals und zeigte auf die Region. Christine sagte in ihrer beliebten Art: das kann nicht sein. Eher würde ich mir also den Kopf abhacken lassen, als mich von ihr abstreichen zu lassen; es soll übrigens kein Vergnügen bei ihr sein. – Ein langer Abend liegt vor mir. Ich habe von Michael herrliche Orangen bekommen, die schmecken so gut wie nie im Jahr – mein Betthupferl.

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4 Kommentare

  1. Renate sagt:

    Gab es schon mehr so groß gefeierte Jubiläen bei den Ehrenamtlichen? Daran erinnere ich mich nicht.
    Kann verstehen dass du da unter Zugzwang kommst, bei dieser Vorlage. CK weiß einfach alles, besser als die Betroffene. Falls ich im April abgestrichen werden muss gibst du mir einen Tipp, wer es sanft macht.

    • Heike sagt:

      Nein, die Veranstaltung war einzigartig und absolut unangemessen. Ich war wie gefangen darin. Konnte ja weder Torte noch Blumen verbieten, einfach nur daneben.

  2. Ines sagt:

    Ich finde es auch etwas übertrieben, wenngleich Pizza und Granatapfeltorte ja nicht verschmäht werden. Aber häufig führt es zu dem besagten Zugzwang. Den Abstrich würde ich mir auch nicht von jemandem machen lassen, den ich nicht leiden kann.

  3. Beate sagt:

    bei den seltenen Feiern in der Einrichtung, in der ich arbeite, habe ich mich auch stets nicht wohl gefühlt . Es ist anscheinend schwierig, das richtige Maß für die Mitbringsel zu finden, damit der Rahmen adäquat gewahrt wird…

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