Kühe, Wolfsbarsch und viel Zeit
Ich fange mal mit gestern an: wir hatten uns einen Berg ausgesucht und sind motiviert losmarschiert, mit Äpfeln und Wasserflasche im Rucksack. Der Weg führte nach einem sehr schönen Teil über eine Almwiese, auf der einige Jungbullen standen. Hubert hat vor fast nichts Angst, aber vor Kühen schon. Deshalb wichen wir von unserem Weg ab auf einen weniger schönen und sehr matschigen Pfad. Den Gipfel haben wir nicht erreicht, die Morivation ließ merklich nach. Aber auf dem Rückweg mussten wir glatt wieder über die Kuhwiese. Dieses mal trauten wir uns, die Kühe waren gelangweilt und und ignorierten uns und wir fühlten uns etwas heldenhaft, als wir sie heil passiert hatten. Insgesamt war die Wanderung mäßig schön, aber wenigsten etwas Bewegung in frischer und regenfreier Luft. Noch vor der Wanderung erstanden wir einen riesigen Wolfsbarsch, den wir abends im Ofen zubereiteten. Mit Kartoffeln und Blattspinat, ein Festessen. Heute Einkauf, ausgiebig Zeitung lesen, Brotzeit, kleiner Spaziergang im Josephstal und danach Sauna. Heute Abend schaue ich aus Traditionsgründen den ESC. Hubert findet die Show furchtbar, aber wird sich dazu gesellen, wie auch schon die letzten Jahre. Ich fühle mich sehr erholt durch die letzten Tage. Manchmal denke ich, dass wir in 10 oder 20 Jahren auf die jetzige Zeit zurückblicken und sagen werden, das war unsere schönste Zeit im Leben. So frei von Sorgen und so viel Zeit, die wir in Gesundheit und Gemeinsamkeit genießen können, werden wir später wohl nicht mehr haben.
Kühe sind so unberechenbar, sie reagieren nicht wie „Haustiere“ und sind so groß, ich habe auch immer Angst gehabt, wenn man auf einem Bergweg an ihnen vorbeimusste. Deine Gedanken zu eurer jetzigen Zeit sind sehr sinnvoll. Aber ich habe nie vergessen und es hat mir viel gegeben, als du vor 20 Jahren sagtest, wir würden sicher einmal auf die damals aktuelle Zeit zurückblicken und sie als die Fülle unseres Leben deuten.
Ja, damals war es die Fülle des Lebens, gefüllt mit Aufgaben, Emotionen, Entwicklungen. Jetzt ist das Leben nicht mehr so prall gefüllt, es läuft ruhiger dahin.
Vor Kühen habe Ich auch großen Respekt. Wir dankbar und glücklich du über eure gemeinsame Zeit bist, finde ich so schön.
Mit Kühen habe ich auch so manche Erfahrungen bei meinen Wanderungen rund um den Schliersee (siehe mein Foto auf WhatsApp). Mir sind sie mitunter sehr gruselig, weil unberechenbar . Was für ein erfüllter Tag!