20-05-05-CoTa-Bu-Mitleidenschaft mit Michael statt Freude über Lockerungen
Vielleicht ist es dieses Entbehren von Energiebausteinen, Berührungen, spontanen Freudenzeichen, die verdeckten Gesichter, was an der Stimmung zehrt. Vielleicht deshalb gestern und heute Früh kein Impuls zu schreiben. Endlich „Lockerungen der Lockerungen“. Mich hat gerade Michaels Bericht vom heutigen Telefonat mit seiner Vermieterin runtergezogen. Sie hat die Impertinenz, ihm nun schon zum zweitenmal zu sagen, dass sie so nicht leben könnte, sie habe IMMER Rücklagen und überhaupt, er habe doch nun die Unterstützung, die genüge für drei Montate. Die Kaution, die er anbietet für die Folgezeit, in der die Einnahmen erwartungsgemäß nicht gleich reichen werden – sein Geld – lehnt sie ab. Er ist in solchen Gesprächen sachlich elegant, macht ihr deutlich, dass er noch ein paar mehr Verpflichtungen hat wie (Kranken-)Versicherungen und mit Verlaub Nahrung. Sie rückt ihm regelrecht zu Leibe. Ich überschlage die Drittelmillion, die sie an ihm eingenommen hat, seit er das Haus bewirtschaftet, kein Pappenstiel. Nie einen Euro schuldig geblieben, auch wenn ihm das Wasser bis zum Hals stand. Paulaner stellt Pachtzahlungen ein laut Schlagzeile heute; Nachrichten täglich, Hotellerie am Zugrundegehen. Da redet diese bornierte Person, als hätte sie kein Hirn im Kopf. Das finde ich so schlimm wie die Situation selber. Einige betagte Stammgäste überlegen sich jetzt das Reisen sicher zweimal. Institutionen sind auf Videokonferenzen und Webinare umgestiegen. Das ganze Land wird nicht auf Anhieb wieder aufstehen. – Statt Freude, dass Michael seine Mutter wiedersehen darf jetzt widerwärtige Kommunikation mit der Vermieterin. Er trägt es mit mehr Fassung als ich. Ich könnte gleich zur Tavor greifen. Er ist der zuverlässigste, korrekteste und ehrlichste Mensch, den ich kenne. – Aus Versehen Huberts Putzfrau für Freitag bestellt und gerade wieder abbestellt. Das geht ja noch gar nicht, fiel mir ein!
Unmögliche Vermieterin! Wie positiv du dich über Michael äußerst ist berührend. Hoffentlich läuft die Pension bald wieder. Vielleicht zugute kommen ihm die Urlauber, die statt in Italien jetzt in Deutschland Urlaub machen.
Manche Menschen bleiben auch in diesen Zeiten wild aufs Geld und kein bisschen human.
Dass Michael da nicht die Fassung verliert, ist bewundernswert. Mir geht’s wie dir, ich könnte
mich so aufregen.