Inge, Mama und Mimi
Morgen kommt Inge aus dem Krankenhaus. Sie rief mich an und schwärmte von ihrem neuen Busen. Da wird unter dem Nabel eine elypsenförmiges Teil rausgeschnitten, der Bauch nach unten gezogen und der Nabel versetzt. Klingt gruselig. Ich habe für sie eingekauft und bin danach zu meiner Mutter geradelt. Magda war gestern in heller Aufregung, denn die Heizung ging nicht. Sie ist, wenn etwas Außergewöhnliches passiert, total von der Rolle. Eva hat mit ihr geredet wie mit einem Kind. Was steht da an der Therme, jetzt drehst du das Wasser auf, was passiert dann… Eva stand der Kopf gestern nicht nach Heizung. Heute nun wurde Mimi eingeschläfert. Im Bauchraum war alles ein einziger grauer Fleck, nichts mehr abgegrenzt. Mimis Blick heute war starr und in die Ferne gerichtet. Die Tierärztin hat Eva zwei Optionen aufgezeigt. Mimi mit nach Hause nehmen und sie ihr gewohntes Leben leben lassen, allerdings mit Schmerzmittel, oder einschläfern. Eva kam mit der Vorstellung nicht zurecht, dass die Katze sich verschlupft, oder gar überfahren wird, wenn sie benommen von den Schmerzmitteln über die Straße geht. In enger Absprache mit Rino und Andrea entschied sie sich dann für einschläfern. Ich habe lange mit Eva telefoniert und meine ruhige, gelassene Schwester noch nie so aufgeregt erlebt. Mir geht das auch alles sehr nahe, weil es auch so schnell ging.
Ich denke immer, wenn man Haustiere hat, müsste das Sterben des Tieres von Anfang an dazu gehören, weil Haustiere ja nicht lange leben und frei laufende Katzen erst recht Gefahr ausgesetzt sind. Deshalb wundert es mich, dass es deiner Schwester und dir so nahe geht. Aber ich kann da nicht mitreden, weil ich nie Haustiere hatte.
Das ist fast eher eine Antwort an Ines als an dich. Wenn wir auf die Welt kommen will auch niemand daran denken, dass wir nur Gäste auf dieser schönen Erde sind. Die Tierchen werden eben rechte Hausgenossen, Familienmitglieder, um die genauso getrauert wird. Die Katze ist jetzt im Himmel. Traurig ist es für die Familie.