Gallenblase und stille Wohnung

Gestern ist Hubert operiert worden. Ich fuhr ihn in aller Früh ins Klinikum Harlaching, wo ihm dann die Gallenblase entfernt wurde. Bis auf die Narkose, die er nicht gut vertragen hat, ist wohl alles gut gelaufen. Ich habe gestern und heute mit ihm telefoniert und er fängt schon an, sich zu langweilen. Die Gallenblase sollte schon lange mal entfernt werden. Da sich darin ein großer Gallenstein befand und da Hubert in letzter Zeit ein paar unklare (Magen-)Probleme hatte, ist in dem Zusammenhang die Entscheidung gefallen, sie zu entfernen. Ich hab gestern und heute gut gearbeitet, jeweils mit dem Rad zur Arbeit gefahren durch die eiseskalte Luft. Gestern Abend habe ich es sehr genossen, allein zu sein, hab nicht mal Musik angemacht und zunächst auch nicht fern geschaut. Die Stille hat mir gut getan. Später dann doch wieder vor den Spätnachrichten hängen geblieben und mich informiert, wobei sich die Informationen immer wiederholen und vieles sehr vage bleibt. Beeindruckt bin ich von der Solidarität und der Hilfsbereitschaft der Menschen. Nachher kommt die Nachbarin von unten noch hoch zu mir und wir wollen mal ein (letztes) Glas Wein zusammen trinken, bevor bei mir die Alkoholfastenzeit beginnt, also mit dem morgigen Aschermittwoch. Gerade habe ich auch mein letztes Stück Schokolade gegessen. Morgen kommt Hubert wieder und dann ist er erst mal krank geschrieben. Ich denke mir, dass es ihm schwer fällt, so wenig tun zu dürfen. Für mich ist es mal wieder eine gute Erfahrung allein zu sein. Am meisten fällt mir auf, wie still es ist, das ist ungewohnt, aber mal ganz schön.

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2 Antworten

  1. Renate sagt:

    Wie schnell heutzutage die Menschen nach einer OP das Krankenhaus verlassen dürfen. Ja, morgen beginnen 40 Tage Verzicht für dich. Heute kannst du noch sündigen und Wein genießen, aber auch die Stille und das Alleinsein. Wobei letzteres durch die Nachbarin verhindert wird.

  2. Heike sagt:

    Ich habe die GallenOP nicht als nebensächlichen Spaziergang in Erinnerung. Vielleicht, weil es in Richtung NotOP ging. Auch hinterher war ich eine ganze Zeit sehr dünnhäutig. Es ist immerhin ein Organ; der Körper muss lernen, ohne es zu leben. Aus meiner Sicht sowohl für den Operierten als auch für dich zu kurz, die Zeit.

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