Carta Pura, Erster Spaziergang,
Ob die Fahrt nach Brüssel klappt, ist immer noch in der Schwebe. Ich habe heute noch mal alle Fragen von dem Quiz bearbeitet, das ich mit den Schülern dort machen werde. Insgesamt bin ich gesundheitlich noch nicht auf der Höhe, immer wieder sehr müde und erschöpft. Trotzdem habe ich mich am Nachmittag aufgerafft und bin mit dem Bus zu Jonathans Papierladen Carta Pura gefahren. Ich hatte ihn ja vor einiger Zeit gefragt, ob er für Jania einen Platz hat, weil sie bald ihr Schülerpraktikum antreten soll. Seine Tochter hat mit ihrem Freund vor Kurzem einen Buchladen aufgemacht, da kommt Jania auf seine Vermittlung hin unter. Ich bin nach einem längeren Plausch mit seiner Frau und ihm beschwingt in den aufgelassenen Friedhof an der Tengstraße spazieren gegangen, das war mein erster Spaziergang nach zweieinhalb Wochen und ich war recht wackelig auf den Beinen.
Eine Schülerpraktikantin auszunehmen ist ein echter Liebesdienst! Ist doch so ein „Kind“ letztlich ein Klotz am Bein. Egal wer; jede/r Praktikant/in braucht einen Platz und eine Aufgabe. Ich erinnere mich mit Schrecken an Szenarien, die Simon aus seinen Praktika berichtet hat. Oder an die kleinen Mädchen, die von ihren Müttern im Hospiz untergebracht werden sollen/wollen.
Schön, der erste Spaziergang über den schönen alten nördlichen Friedhof, wo ich früher sehr oft meine Runden gedreht habe, als ich noch in der Georgenstraße gewohnt habe. Schülerpraktikanten sind wirklich schwer zu vermitteln. Ich habe aus Gefälligkeit auch manchmal welche bei mir, das sind dann meist Kinder oder Nichten von Kolleginnen.
Mei Freund wohnte in der Görresstrasse, da war es nicht weit zum Friedhof. Ist er inzwischen nicht mehr ein Park für Sportler geworden?