Sonniger Karfreitag

In meiner Erinnerung hat es am Karfreitag immer geregnet. Ein grauer, düsterer Tag, der Kreuzigung entsprechend. Meine Oma sehr gläubig und wir Kinder weniger, gingen immer in die Kirche.

Noch heute habe ich die Bilder im Kopf, die Priester die vor dem Kreuz auf dem Boden lagen. Noch deutlicher sehe ich die Oma meiner Freundin, wie sie die Füsse Jesu küsste und sich dann niederwarf, schon mehr als 80jährig. Die Stimmung war irgendwie seltsam, fast unheimlich, auch zu Hause. Laut sein ging nicht, zünftiges Spielen auch nicht. Es lag was in der Luft, mehr zu erahnen, als zu verstehen.

Heute scheint die Sonne heiss und ich sass auf dem Balkon, bis mich eine solche Müdigkeit befiel. Im Bett Radio gehört, von dem roten Fels in Australien,  Uluru genannt. Diesen Beitrag hörte ich noch komplett, den nächsten Bericht nur noch bruchstückhaft. Jetzt sitze ich wieder auf dem Balkon und mein Nachbar unten schrubbt sein Lieblingsspielzeug, seinen Elektrogrill. Auch so kann ein Karfreitagnachmittag aussehen.

 

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2 Antworten

  1. Beate sagt:

    Da hast Du ähnliche Erinnerungen wie ich. Ja, die Stimmung war stets seltsam, fast unheimlich. Ein Stück weit fehlt sie mir heute an diesem sonnigen Tag.

  2. Heike sagt:

    Apropos Elekrtrogrill. Michaels NachbarWG hat gestern ein nächtliches Lagerfeuer genossen bis die Polizei kam. – Karfreitag ja, unheimlich und bedrückend. Ich habe übrigens immer Ehrfurcht gehabt und solche Menschen beneidet, die sich niederwerfen können ohne Wenn und Aber. Hab auch den Papst in der Tagesschau bäuchlings liegen sehen. Wenn man nur so glauben, beten und so andächtig sein könnte!

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