20-04-15-CoTaBu-Alarmiert

Als Renate gestern nicht schrieb hatte ich schon so ein Gefühl, das habe ich jetzt extra geschrieben. Davon wiederum bin ich zerschlagen. Wie offen darf man bestimmte Dinge aussprechen? Im Traum habe ich eine der Ersatzarbeiten gemacht, die gerade bei Caritas angeboten werden. In meinem Fall waren es kleine Getreidesträußchen (!), die ich gebunden und dabei alte Kolleginnen von früher getroffen habe. Hospiz gestern war nicht fad und öde, ich hatte genug zu tun. Hab nicht geglaubt, wie eisig es ist, bin leicht bekleidet geradelt und halb erfroren. Immer noch überrascht mich die Egozentrik mancher Kranker, die einen Platz im Hospiz ertrotzen wollen, inbesondere gestern jemand, mit dem ich schon seit Wochen herumlaboriere. Er braucht einerseits das Hospiz, erwartet aber, was nicht ohne Weiteres „geordert“ werden kann, Lebensverlängerung, Blut, Physio, seine Tochter nennt es L-Qualität. Ein Blick in die Welt scheint verstellt. Ich wurde von GH schon fairerweise gewarnt. Sie werden ihn nicht los, er ist dort seit 6-8 Wochen, niemand nimmt ihn. Sterben ja, aber nicht jetzt und v.a. nicht an Lungenentzündung, und dann will er das und das. Was macht so eine Krankheit eigentlich mit dem Menschen? Oder ist es umgekehrt?

An der Welt zweifeln – bei Frühlingshimmel weißblau – was passiert mit uns?

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3 Antworten

  1. Ines sagt:

    Könnte es sein, dass die Eigenarten eines Menschen sich besonders zeigen und verstärken, wenn es dem Ende zugeht?

  2. Beate sagt:

    ….sich eigentlich nicht damit abfinden können, dass es JETZT nun wirklich zu Ende geht, das Leben. Ist’s das bei ihm? Ich denke an meinen Cousin, der sehr bescheiden lebte, aber sehr kurz vor seinem Tod noch einen Oldtimer, ein Zelt und sonstigen teueren Kram kaufte, obwohl und trotzdem er um seinen zustand wußte.

  3. Schuldt Renate sagt:

    Wie heisst es immer, man stirbt so wie man gelebt hat. Oder bestimmte Charakterzüge verstärken sich, oder eine ganz andere Seite tritt zu Tage. So war es bei meinem Vater.

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