Einen Tag ausgelassen

Gestern stundenlang bei Muttern gewesen. Sie wollte nicht in den Garten, weil der Wind so heftig blies. Sass dann in der Terrassentüre, Hose hochgekrempelt, Beine in der Sonne. Braun werden und sein, dass war ihr schon immer wichtig und sie schaut jetzt schon aus wie eine Indianerin. Marta, die 24 Std. Pflegerin von Mama und ich sassen im Garten und wurden eingehüllt von gelben Stäuben der Tannen. Meine Bluse war gelb, die Tischdecke gelb, alles bedeckt mit Blütenstaub. Nachher noch zu meiner Freundin, eine Maskenfrage klären. Heimgestrampelt, wegen heftigem Gegenwind war es ein Gestrampel. War so k.o. als ich zu Hause war. Mitten in der Nacht fiel mir unser Blog ein, da hatte ich dann auch keine Lust mehr aufzustehen. Heute schon sehr fleissig gewesen. Kompletten Haushalt erledigt, mit nass wischen, waschen, bügeln, Maske nähen. Jetzt beginnt der angenehme Teil des Tages auf dem Balkon. Gerade lese ich einen Satz von Blaise Pascal: “ Alle Sorgen des Lebens stürzen über uns zusammen, weil wir uns weigern, jeden Tag eine Weile still in unserem Zimmer zu sitzen.“ Dieser Herr hat u.a. die mechanische Rechenmaschine erfunden, d.h. er hat auch zur Beschleunigung seiner Zeit beigetragen. Wusste aber auch wie wichtig  entschleunigen ist. Ich bin sehr entschleunigt und geniesse die saubere Wohnung und das kühle Lüftchen auf meinem Balkon.

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2 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Eine Weile still im Zimmer sitzen, das ist ja eigentlich nicht so schwer.
    Renate, verweigerst du eigentlich bewusst die Nutzung des „ß“ (scharfen S)?
    Oder ist es dir auf der Tastatur zu mühsam, weil es in der obersten Reihe neben den Zahlen steht?

  2. Heike sagt:

    Still im Zimmer sitzen nicht schwer??? Blaise Pascal hat doch Beate auch kürzlich zitiert, er wird derzeit gern in den philosophischen Beiträgen herangezogen. Für mich knüpft es an deinen indianischen Beitrag an, an meinen Film über die psychedelischen Drogen und das Hirnareal, das kultiviert werden muss, um genau das auszuhalten, weil die Fähigkeit im Lauf des Lebens immer mehr zusammenschrumpft. Außer bei Meditierenden oder Kontempklationsgeübten oder bei Astrid Lindgren.

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