Bleischwere Schritte

ich hatte es am Vormittag gar nicht gemerkt: Homeoffice, ein anstrengendes Telefonat, bei dem ich eilig mitschrieb, es klang alles so konzise, was ich da hörte, bloß keine Lücken entstehen lassen. Danach, als ich wieder auf meine Notizen schaute, merkte ich, es ist alles Asche. Aneinandergereihte professionell klingende Allgemeinplätze. Was verbirgt sich hinter geopolitische Zentrifuge, Erinnerungspolitische Verdichtung konkret, warum hat er das nicht mit Beispielen deutlich gemacht, er weiss doch, dass ich da noch nie war, dass ich Vorstellungen habe, die vielleicht unzutreffend sind. Verstimmt und überfordert packte ich meine Sachen zusammen, um Janni abzuholen und sie zum Arzt zu begleiten. Einsetzende Kopfschmerzen, Halsweh und bleischwere Schritte – es geht mir nicht gut. ich hatte so überaus schlechte Laune, dass ich Janni gegenüber ein schlechtes Gewissen bekam, denn sie wurde an meiner Seite immer einsilbiger. Morgen ist ein neuer Tag!

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2 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Bleischwere Beine und Kopfweh, dieses Unwohlsein meiner letzten Tage, weswegen ich heute u.a. daheimgeblieben bin, so klingt das für mich, was du beschreibst. Das mit den hohlen Phrasen…ohja. Eine dieser nicht ganz so komplizierten, aber auch neuen Wichtigworte ist das NARRATIV. Heute sind alles NARRATIVE.

  2. Ines sagt:

    Was für eine Zentrifuge ????? das ist ja grausig. Du solltest den Mut haben, gleich nachzufragen, was er meint.

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