20-05-06-CoTaBu-Alles dreht sich um Impfstoff – Einstellungen
Eisheilige schon, wirklich? 7 Grad. Gestern habe ich mein Fahrrad aus dem Hospiz geholt und friere mir hoffentlich nicht den A. ab. Bin noch voller Traum, kein Fetzen übrig, kein Anhaltspunkt; ungut. Gestern auf dem Heimweg am Kanal einer Liliputanerin auf dem Fahrrad hinterhergeradelt, denke seitdem nach, dass man das Wort nicht mehr sagen darf – wie sagt man jetzt? – und welch merkwürdiger Anblick das war. Aus Wikipedia: Bewohner von Liliput (fiktive Insel) aus dem Roman Gullivers Reisen (1726) von Jonathan Swift. Kleinwüchsige Menschen (umgangssprachlich; heutzutage oft als abwertend empfunden). Hat an Zeiten erinnert, in denen diese Menschen als Clowns im Zirkus aufgetreten sind. Da hat sich viel geändert. Damals sagte man noch hinter vorgehaltener Hand „Deppenheim“ für behinderte Kinder im ach so feinen Feldafing. – Gestern im Hospiz zweifach von Kolleginnen vertraulich gehört, dass sie sich nie impfen lassen und bei Impfpflicht nicht mehr da arbeiten könnten, eine Katastrophe, weil Ort ihres Lebens und ihrer Berufung. Daran denkt die Politik nicht, dass Impfung nicht für jeden ist. Manche betrachten damit ihre Gesundheit als gefährdet bis ruiniert. Dieses Recht, selbst zu entscheiden, sollte der Mensch haben. Friederike hatte früher auch die größten Schwierigkeiten mit dem ungeimpften Sidney und steckte schnell in der Schublade der Verrückten. War sie ja auch, aber die Einstellung zu Impfung war gut begründet. – Heute will ich wieder in die Pallibesprechung gehen, nach über zwei Monaten. Diese Woche entscheidet sich vielleicht, wann und ob die Atemtherapeutin und dann die EhrenamtlerInnen zurückkehren können. – Ich muss was für meinen Energiehaushalt tun jenseits von Kalorien. Vielleicht gemeinsam atmen im Park? Wer macht mit? Atmen und gehen?
Die kleinen Menschen, die man früher als Liliputaner bezeichnet hat, heißen heute Kleinwüchsige. Achondroplasie nennt man die Erkrankung, die bei diesen Menschen zugrunde liegt. Sie sind normal begabt. Ich hatte mal ein solches Kleinkind im Kinderzentrum. Auch haben wir eine Kollegin, die kleinwüchsig ist. Es ist immer eigenartig sich im Stehen mit ihr zu unterhalten.
Oh! Ich hab`s auch grad nachgelesen und ergänzt. Wusste nicht, dass es aus Gullivers Reisen kam…Das Wort….muss das mal im Griechischlexikon „recherchieren“, um es zu verstehen. Ich muss alles verstehen, dann geht`s besser. So wie das Wort Orthorexie. Das find ich spannend. Das Fahrrad war übrigens so winzig klein und ich habe nachgesonnen, was es für ein Modell gewesen sein mag. Denn ein Kinderrad von der Größe wie für ein Kleinkind hätte ja eine kompakte erwachsene Frau nicht getragen. Mir geht das nach – ich muss ganz brutal sagen – wie ein Albtraum. Ich konnte meinen Eindruck gar nicht einordnen, obwohl ich sogar das Gespräch, das sie mit ihrer Freunidn führte, die neben ihr radelte, also auch ihre Stimme gehört habe.
Mir fällt spontan der Tatort aus Münster ein und die Überheblichkeit von Börne, der geschmacklose Witze über seine äußerst kompetente Kollegin macht. Es lockt meist ein Schmunzeln in mir hervor. Denke an den damals stotternden Ingo, der von einem Typ stotternd verarscht wurde und das als befreiend fand…
Atmen und gehen klingt gut. Unter Anleitung von Kornelia?
Ich hab dabei nicht an Kornelia gedacht, das wäre dann was richtig Großes, eher an was Niederschwelliges, was wir selber auch können. Und wir können. Die Erfahrung haben wir ja schon. Kornelia würde daraus etwas Schönes machen, aber ich glaube, sie macht nichts ohne Bezahlung. Leider. Einfach fürs Zusammensein, das hatte ich im Sinn.