Begegnungen
Unsere erste Begegnung am Morgen sollte eine freundliche sein . Also Ärger runterschlucken. Über die vielen Stunden, in denen ich die Küche aufgeräumt habe, den Boden gesaugt, das Bad geputzt. Alina war noch müde, als sie sich zu mir setzte, um mit mir gemeinsam Tee zu trinken. Müde und glücklich, denn sie hatte es sich gut gehen lassen mit ihrer Liebe, mit der sie immer mehr zusammenwächst. An den Wochenenden hat sie stets ein einziges Interesse: Wann ich mich verkrümle, damit sie ihre Ruhe hat. Solange ich zuhause bin, ziehe ich mich dann also besser in mein Zimmer zurück, lese, schreibe, räume auf, liege im Bett. Es gibt Schlimmeres. Und dennoch habe ich das Gefühl, keinen Platz in meiner Wohnung zu haben.
Heute dann kurze Begegnung mit Sirena. Bei ihr zu Besuch fühle ich mich willkommen. Fühle mich wohl, vielleicht sollte ich ab und an am Wochenende zu ihr ziehen. Dann ginge es ihr so wie mir. Sie würde sich in den eigenen Wänden eingeschränkt fühlen. Wahrscheinlich.
Leicht ums Herz wurde es mir erst am Abend auf dem Balkon bei Tee und lecker Kuchen und Lektüre, gehört und geteilt.
Morgen früh wartet wieder der Schreibtisch auf mich. Alina wird in die Schule gehen und meine Wohnung gehört endlich wieder mir.
So werden wir reif, überreif für den Auszug unserer lieben Kinder. Welche Not und dennoch zum Lachen. Ja, ein sehr erholsamer Nachmittag und Abend, ich bin so dankbar dafür.
Wie ich dieses Gefühl kenne. Fremd in der eigenen Wohnung, aber putzen und saugen dürfen. 😡