doppelter Muttertag

Heute, Muttertag, endlich kann mal eins meiner Kinder zu Besuch kommen. Ich freu mich so auf Maja. Sie hat die Wohnung noch nicht gesehen, seit ich hier wohne. Gerade mit Hubert die original Frankfurter grüne Soße gemacht mit 8 verschiedenen Kräutern, puh, das hat gedauert, haben alles mit der Hand abgezupft und mit dem Wiegemesser klein gemacht. Später gibt es Spargel, Lachs, Kartoffeln und grüne Soße.

Gerade habe ich einen Ausschnitt aus einem Interview mit Heribert Prandl gehört. Er setzt sich auch dafür ein, dass die unmenschliche Isolation der Alten und Kranken so nicht weiter gehen darf, da die Würde des Menschen dadurch beschädigt wird und die ist unantastbar. Die Frage ist natürlich, wie man diese herzlose Behandlung beenden kann ohne dass wieder die halbe Belegschaft im Seniorenheim stirbt, weil sie sich infizieren über die Pfleger oder Besucher. Gibt es hier einen wirklich guten Kompromiss? Gerne dazu einen Kommentar.

Mit meiner Mama telefoniert. Ich will sie bald besuchen. Heute werden meine Geschwister zum Kaffeetrinken bei ihr sein, ich bin echt froh, dass die beiden sich kümmern. Ich hätte als Einzelkind ein schlechtes Gewissen. Aber der Weg nach Bielefeld ist einfach zu weit, um dort öfter als 2 x im Jahr zu sein, zumindest war das bis jetzt meine Einstellung. Mein Vater, der ja ansonsten sehr rational und seriös ist, hat sein Motorrad wieder aus der Garage geholt und eine Tour gemacht. Er ist an dem Punkt einfach total bekloppt und unvernünftig, kann nicht einsehen, dass er mit seinen 80 Jahren sehr langsame Reaktionszeiten hat und sich in höchste Gefahr begibt. Es scheint für ihn so eine Sucht zu sein, ein Ausweg aus dem alt werden und eingesperrt sein. Meine Mutter ist komplett von ihm abhängig. Wenn er ausfällt, ist ihr Leben auch vorbei.

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2 Antworten

  1. Heike sagt:

    Ach, dein Papa! Ich wusste sowas gar nicht…
    Ausweg weiß ich nicht, aber ich schicke einfach mal meinen Brief an die Regierung. Das ist mein Kommentar. Lach mich nicht aus, dass ich mich dort als Expertin anbiete. Ich dachte immerhin, nicht nur meckern, sondern hab geschrieben, was ich zu sagen habe, als Mensch, Bürgerin, aber auch von Berufs wegen. Knapp, wie immer (zwinker).

  2. Beate sagt:

    so wie Dein Vater nicht von seinem Motorrad lassen kann, ging es meinem mit dem Auto. Er war ein sehr guter Fahrer, besonnen, stets konzentriert . Er hatte nie einen Unfall und war sehr traurig, als er krankheitsbedingt nicht mehr fahren durfte.
    Ausweg? In den Heimen gibt es wohl wirklich keinen. Alle alten Menschen, die daheim wohnen können, haben es so gut. Sie sind diese Regeln nicht ausgeliefert.

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