20-05-12-CoTa-Bu-Auch du mein Freund Brutus? Ich unter VideokonferenzlerInnen
Weiß-blauer Himmel, nach(?) oder auch vor (?) ergiebigen Regenfällen wie gestern, wolkenbruchartig, weltuntergangsgestimmt. Welche Freude für die liebe Erde! Soeben habe ich die erste Videokonferenz meines Lebens beendet. Vorher eine klitzekleine Tavor unter die Zunge gelegt und noch kurz bei Alexandra angerufen wegen Kurzaustauschs zum Thema Psychotherapie, in dem Fall Psychiatrie, trifft Palliative Care. Sie hatte sofort einen Hinweis, die gegenseitige Hilflosigkeit und Ungeübtheit im Umgang der Bereiche und Professionen verbindet. Im AK habe ich schnell gelernt, wann ich wie den Finger hebe, wann das Micro ein- und wann es auszuschalten ist, hatte daran gedacht, mein Nachthemd mit Kleidung einzutauschen, den Hintergrund zu bedenken und falls der Weitwinkel mehr zeigt als ich vorhatte, noch den Überwurf übers zerwühlte Bett zu breiten. Hab mich oft zu Wort gemeldet und war nur beim ersten Mal verdattert, dass ich die anderen immer sehe, mich selbst aber nicht; hatte erwartet, mich wie in einem Spiegel sehen und kontrollieren zu können und musste mich dran gewöhnen, ins Leere zu quatschen. Hab mir wie immer Aufgaben aufgeladen ohne zu wissen, wann ich die erledigen soll. Jetzt gehe ich ins Hospiz. Die anderen hatten schon alles Mögliche hinter sich, eine hatte Fortbildung für KollegInnen gegeben. Alles, was recht ist. Ich hab mich ab 7:00 mit Download und Eincheck beschäftigt, total aufgeregt.
Mit Alexandra besprochen, dass jetzt für unsere Gruppe am Freitag einer Videokonferenz nichts mehr im Wege steht. Ich bin jetzt Profi.
Bravo!!! Nicht mehr auf Kriegsfuss mit der Technik, das war einmal….
Prima! Das Üble an Videokonferenzen ist ja schon, dass man aussieht, wie man nicht aussehen möchte. Deshalb lehne ich immer ab, wenn meine (allesamt jungen, allesamt schönen)Kollegen vorschlagen, wir sollten doch… Ich schlage dann immer eine Telefonkonferenz vor. Bald treffen wir uns privat mit Abstand… ist besser!
Ja, mit meterweit Abstand wie in eurer Kantine und rufen uns unsere Texte zu!
Ist vielleicht besser, wenn man sich selber nicht sieht, dann ist man echt abgelenkt dadurch, dass man ständig sich in ein besseres Licht und Winkel setzen will. Die meisten sehen wirklich schlimm aus. Bin gespannt, wie es mit der Peergruppe am Freitag ist.