20-05-19-CoTaBu- Stress und Ärger statt Labsal für meine Seele

Heute Besprechung mit Therese und Gregor. Therese wird – damit sie es als IHRES ausgeben, unterschreiben und abgestempeln kann, das Hygienekonzept aus dem Hospiz abschreiben. Dann muss sie mit mir eine „Risikobeurteilung“ erstellen. Sie will unsere Ehrenamtlichen mit ProfiInfektionsschutzmasken und entspechender Kleidung ausrüsten, sodass sie wie AstronautInnen bei uns auflaufen (im Gegensatz zum Profiteam). Wir konnten Therese überzeugen, dass wir niemanden wie für eine Leprastation ausrüsten noch dass wir verschriftlichen müssen, was sie derzeit alles nicht machen MÜSSEN, denn sie MÜSSEN überhaupt nichts, weder jetzt noch jemals. Wer Angst hat – soweit habe ich Kubicki zitiert – soll zu Hause bleiben. Sie ist so übereifrig und gestresst, dass sie mich per Mail um einen Termin fragt und die Antwort nicht liest. Sie fragt nach unserem Vorgehen, obwohl ich es ihr zur Kenntnis geschickt habe. Sie hat sich die Lippe in den Reißverschluss ihres Anoraks geklemmt, sodass sie – wie sie sagt – entstellt und froh um die Maske war. Nächste Woche Treffen: Sie will den Kurs durchziehen. Alle Welt sagt alles ab, sie nicht. Sie habe – bei Sicherheitskonzept, die Genehmigung. Fünfzehn Menschen mit Maske und Abstand im Raum? Wobei Raum noch fehlt. Monatelang? Ich werde mich weitestmöglich raushalten. Habe auch auf unabsehbare Zeit meine Teilnahme an den Pallibesprechungen abgesagt, werde telefonisch vor- und nachher mit einer der Kolleginen das Notwendige besprechen. Aber Therese will Kurs halten. Für sie ist Expansion überlebensnotwendig. Ebenso wie das Gefühl, dass das Hospiz ihre Sache ist. Um zu markieren hat sie Winni, der seit 15 Jahren ausschließloch im Hospiz engagiert ist, in eine langfristige ambulante Begleitung abgezogen. Die Chefin markieren und platzen vor Ehrgeiz – es muss eine Kankheit sein. Gott sei Dank ist sie als Ordensschwester zum Beten gezwungen, die Zeit hat sie wohl. So mein Tag, während ich auf der Suche nach seelischer Impfung bin.

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5 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Ich kann das Bild, das du von Therese beschreibst, überhaupt nicht in Einklang bringen mit der Nonne, die ich kurz bei dir gesehen habe. Scheinbar sind Ordensfrauen auch nicht automatisch bescheiden und demütig. Müsste ich eigentlich wissen, war ja auf einer Klosterschule, da gab es auch jede Art von Charakter bei den Schwestern.

    • Heike sagt:

      Sie hat verschieden Gesichter. Eines davon liebe ich und da ist sie mir fast wie eine Freundin. Und da gibt es diesen Irrsinn an Hyperaktivität und Wichtigseinwollen.

  2. Beate sagt:

    Die Chefin markieren… ja, ja, sie arbeitet nicht in einem Hospiz, sie IST DAS HOSPIZ. Wie damit umgehen? Gregor scheint auf Deiner Seite zu sein. Bei diesem Hygienewahnsinn scheinen manche Leute einfach durchzudrehen.

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