20-05-21-CoTaBu-Zwischen Rage, Sanftmut, Lachen – Hoffnung auf Frösche
Eigentlich ist mein Pensum für heute schon erfüllt. Früh mit fünfzehn Menschen vor Seppl`s Zuckerbäckerei die halbe Klugstraße lang um Semmeln angestanden. Bei Michael im Garten zum Gesang des Rotkehlchens gefrühstückt. Danach hat er Muttern für den Park abgeholt, die kofferpackend und verwirrt bereits in Tränen aufgelöst war. Ich wollte kurz entschlossen in die Kirche, mal sehen, wie das hier läuft. Dann war kein Gottesdienst, nur Schilder zur Verhaltensinstruktion. Zum Friedhof geradelt, wo ich mich zwei Stunden aufgehalten habe. Dabei auch Vera einen Besuch abgestattet, das Grab von Emilies Mann gesucht und gefunden, bei Sascha, dem Sohn meiner Schreibgruppen-Jutta auf der Lichtung gesessen. Ich glaubte mich entspannt, als ich einer Lauthalstelefoniererin beinah ins Gesicht sprang, die mit Stöpseln in den Ohren brüllte, dass man auf 100 m jedes Wort verstand. Ich habe wütend gefuchtelt, auf die Ohren gezeigt, bis sie die Hörer rausnahm und ich keifte, sie könne woanders hingehen, ob man am Friedhof vielleicht Ruhe erwarten dürfe. Meine Rage zeigte wiederum, dass es mit meinem Lot nicht zum Besten steht. – Auf dem Heimweg nochmal bei Michael angehalten, Pläne für die Zukunft geschmiedet; daheim ein wenig aufgeräumt. Zwei Stunden mit Dodo telefoniert, die glücklich ist wie noch nie, weil sie coronabedingt die Ruhe hat, die sie ein Leben lang vermisst. Einmal keine Töchter mit Scharen von Enkeln; mit dem Mann sitzen und Zeitung lesen oder bei seinen spannenden Videosupervisionen zuschauen und dazu Strechingübungen außerhalb Bildschirmreichweite machen. – Vielleicht will ich nachher nochmal mit Michael losradeln und wie Renate Frösche belauschen, um den Pott aufzufüllen.
Golden umrändert – zieht eine dunkle Wolke – durch das Himmelblau.
Nur ein kurzer Augenblick. – So wird es nie wieder sein.
Was das wohl für Zukunftspläne sind, die ihr geschmiedet habt?