Springen….
„Springen..“ Das Lied, am Ende des Films über Astrid Lindgren klingt noch in meinen Ohren. Alina und ich haben grad um die Wette geheult – er war so schön! Meine Augen brennen noch. Ich brenne für Astrid Lindgren: Was wäre mein Kinderleben ohne ihre Geschichten gewesen. Wie sehr haben auch meine Töchter ihre Geschichten geliebt. Ich stelle es mir sehr schwer vor, über diese Ikone der Freiheitsliebe und Tapferkeit, die den kleinen und großen Fragen des Lebens mit goldener Feder zu Sprache und Bildern verhalf, einen Film zu drehen.
Voll war der Tag heute: Gang zur Augenärztin (was ist es doch lästig, wenn durch den Mundschutz die Test-Brillengläser beschlagen!). Danach habe ich mein Radl abgeholt, um gleich darauf zum Frisör aufzubrechen. Auch hier Händewaschen, Mundschutz und so weiter, es fühlte sich ähnlich spaßig an wie der Augenarztbesuch zuvor. Als ich dann aber zuhause in den Spiegel sah, war ich doch zufrieden: Mein Haar war wieder in Form gebracht worden. In der Post zwei dicke Briefe von Haira. Sie hat in der letzten Zeit zwei Bücher geschrieben. „Wenn die Gäste kommen..“ und Märchen, die sie sich ausgedacht hat. Haira ist die exzentrische Gattin eines langjährigen Freundes von mir. Während er „einen Namen hat“, in der Kulturszene wohlbekannt ist, hat sie sich noch nie dem ordinären Broterwerb hingegeben. „Wenn die Gäste kommen“ sind Geschichten über ihre unzähligen adligen Gäste. Alles ist schon in Kroatien veröffentlicht, schreibt sie. Ich soll über die deutsche Version mal „drüber schauen“. Haira, sag ich zu ihr am Telefon, Adelsgeschichten in Deutschland veröffentlichen, da wird nichts draus. Die interessieren nicht die Leut. War das gemein von mir? hatte ich da überhaupt recht? Mich piekst das schlechte Gewissen. Haira und Reinhardt sind immer so positiv und wohlwollend und hilfsbereit.
Ich glaub schon, dass Adelsgeschichten interessieren, es gibt da auch so eine Sendung, in der ich schonmal gelandet und nicht mehr rausgekommen bin. Kommt halt drauf an wie… Astrid habe ich auch schon zum zweitenmal gesehen und auch geheult. Allerdings war ich beim erstenmal enttäuscht, weil es noch nicht soviel mit der Schriftstellerin zu tun hatte. Aber dieses Geschichtenerzählen, dieses Nätürliche und Kämpferische, auch herzzerreißende Szenen….im Aussehen hat sie mich irgendwie an Sirena erinnert.
Da bin ich sicher, dass das Interesse am Adel groß ist. Wenn man allein die ganzen Zeitschriften vor Augen hat, die darüber berichten. Im Fernsehen gibt es die reinsten Royalszenenkenner.
Emilia liebt Pippi Langstrumpf, mein Sohn liebte Michel aus Lönneberga und hatte viel mit ihm gemein.