20-06-01-CoTaBu-Pfingstmontag an der Grenze zwischen Ruhe und Depression

Makellose Bläue in der Früh. Pfingstrosen zu herrlichster Pracht erblüht. Zeit gelesen am Frühstückstisch und immer wieder. Wie liest man Zeitung, ohne davon Tag für Tag beherrscht zu werden und sich der Zeit für das „Eigentliche“ zu berauben? – Aus Fang Fangs Wuhan-Tagebuch: Selbst ihr Hund hatte sich des Ausgehens entwöhnt, blieb auf Kissen liegen. –  Zweitesmal Haiku gesichtet und nach heutigem Gusto bewertet. – Tomatensoße köchelt auf Herd, Vorrat für eine Woche. –  Michael zum Mittagsimbiss hier, später nochmal. Ich heute elend vor Schmerz ums Schulterblatt herum. Seit Tagen Probleme „da hinten“ erst in der Halswirbelsäule; jetzt wandert das in den linken oberen Rücken/Schulter. Magnesium genommen; langsam genug davon, mich ständig eingeschränkt drehen zu können, v.a. auch den Kopf. Sehne mich nach Spritze ins Epizentrum, die das alles auflösen soll. Vorerst IBU 600. – Tag in Untätigkeit vertrödelt. Draußen so schön und innen in mir so müde. Ein bisschen Vivaldis Töchter gelesen und gestaunt, was da alles über Venedig zu erfahren ist. Ich selber konnte diese Stadt nie betreten, ohne sofort in Depression zu verfallen und fliehen zu wollen. Dachte kürzlich bei einer Doku über Reich-Ranicki an mich selber. Sein Sohn sagte, er sei gänzlich uninterssiert gewesen an Orten oder Landschaften, er habe alles ausschließlich über die Literatur erlebt. – Abendliches Waldbad hat gebessert. Tatort allein. Jetzt mit Vivaldi Tag beschließen.

Kaum Energie. Doch – einmal abends aufgerafft. Hin zu Grab und Wald.

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2 Antworten

  1. Beate sagt:

    „Draußen so schön und innen so müde“ – so ging es mir auch, als ich am Abend wieder allein daheim war.
    Die Leichtigkeit eines Frühsommertags wie ein Spott. Ich wünsche Dir gute, baldige Besserung für Deine Schulterschmerzen! Wir hätten uns besser aus Vivaldis Venedig vorgelesen als allein vor der Glotze, dem albernen Tatort zu hängen….

  2. Ines sagt:

    Ja, der Tatort war echt schlecht. Reich-Ranicki wäre heute 100 Jahre geworden. Dadurch, dass du viel von deinen Lektüren berichtest, hab ich tatsächlich das Gefühl, du erlebst sehr viel.

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