Hygienestandards und Gesang
Ich hab etwas Leerlauf in der Arbeit, weil eine Patientin nicht gekommen ist. Das ist insofern ärgerlich, weil ich in meinem Büro viel vorbereitet habe, um den Termin unter Hygieneauflagen durchzuführen. Wir sollen seit zwei Wochen mindestens ein Drittel der Patienten wieder hier sehen, den Rest nach wie vor über Telefontermine abdecken. Dadurch, dass ich vorwiegend kleine Patienten unter 3 Jahren habe, die nicht auf dem Stuhl sitzen bleiben und auch alles anfassen, ist die Umsetzung des Hygienestandards aufwändig bis unmöglich. Andererseits ist das Telefonieren mit den Eltern oft schwierig, weil sie nicht ausreichend Deutsch können, um meine Fragen zu verstehen und um ihr Kind differenziert zu beschreiben. Ihr seht, es ist gerad kein gutes Arbeiten möglich. Draußen sind die Baustellenfahrzeuge und machen Lärm. Auch doof. Einziger Lichtblick heute das Singen in der Mittagspause draußen. Unser Chor trifft sich einmal pro Woche zum Singen. Die Lieder singe ich innerlich den Nachmittag über weiter, das geht die Stimmung..
Deine Arbeitssituation sehe ich bildlich vor Augen. Wahrhaft beinah ein Ding der Unmöglichkeit! Dass ihr draußen singt, darum beneide ich dich. Tatsächlich habe ich gestern nach Chören im Freien gegoogelt und bin nicht fündig geworden, leider.
Oh, das klingt sehr mühsam! Es scheint so, als würden allein die Hygienestandards wie Sand im Getriebe des mitmenschlichen Kontakts sein. Das Singen in der Mittagspause: das klingt sehr schön! Erinnert mich an unsere alljährlichen Proben für das Weihnachtskonzert im Kultusministerium.
Singen in der Pause, das ist ja eine tolle Idee.