20-06-06-CoTaBu-Ein Samstag im Bett mit Vivaldi und Nusskuchen

Heute hatte ich wieder Kopfweh, wurde immer schlimmer; nach Paracetemol war ich richtig krank. Ich sollte Oma Renate zum Friedhof abholen, musste absagen. Hab bis auf ein Frühstück mit Michael ganztags geschlafen und Vivaldi zu Ende gelesen. Ich hätte weniger davon gehabt, wenn ich früher nicht Klavier gespielt und dabei viel über Musik gelernt, auch Komponistenbiografien gelesen hätte. Die Geschichte war super, nur sprachlich nicht besonders. Hatte vergessen, dass Komposition damals als Handwerk galt. Hatte nicht auf dem Schirm, welch mörderischen Konkurrenzen, Intrigen und Unterwerfungen das Ganze unterlag. Auftragsarbeiten am laufenden Band. Die Sache mit den Waisenkindern im „Ospedale della Pieta“ in Venedig hatte ich noch nie gehört, was man heute Babyklappe nennt. Diese Kinder haben gelernt, was sie zum Leben brauchten: waschen, nähen, bügeln, kochen, aber sie genossen auch Bildung durch Fertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Wer ansatzweise begabt war lernte ein oder mehrere Istrumente, sang in einem europaweit berühmten Chor, alles bei Vivaldi. – Gerade hat mir eine Schreibgruppenteilnehmerin eine Geschichte geschickt, die sie jetzt in einem Onlinekurs geschrieben hat. Inhalt ansprechend, Stil schleppend. Wenn es seitenlange Geschichten sind, funktioniert Drauflosschreiben nicht, das hatte sie auch nicht. Man merkt dann, dass literarisches Schreiben eine Kunst ist. Leicht zu kritisieren, schwer, es besser zu machen. Hat aber Lust auf Rügen gemacht. Schade, dass die Welt, sobald wir wieder rausdürfen, überladen ist mit Menschen. – Gestern den Nusskuchen gebacken, auf den ich seit Renates Blog Appetit hatte, ist mir nicht so gelungen. – Mit meinem Smartphone stimmt was nicht. Alditalk für 8.99€ monatlich. Zum drittenmal innerhalb drei Wochen je 30€ draufgeladen. Immer: Ihr Guthaben ist zu Ende. – Jetzt kommt die Sonne raus!

Mit Glanz und Gloria – erscheint die goldne Sonne – am Abendhimmel.

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4 Kommentare

  1. Beate sagt:

    Als ich das letzte Mal in Venedig war, konnte man Vivaldi an allen Ecken und Enden hören. Wir entschieden uns für ein kleines, feines Konzert in einer schönen Kirche . Ich will das Buch auch lesen!

    • Heike sagt:

      Beate, ich fürchte, ich stelle mich zu geschmäcklerisch an, aber literarisch bist du was anderes gewöhnt. Das Wichtigeste aber: das Buch ist nicht meines und ich habe es mit spitzen Fingern gelesen, nagelneu.

  2. Ines sagt:

    Du musst auf jeden Fall was mit deinem Handy machen. Es kann nicht sein, dass du einen Vertrag mit Alditalk hast du dann dauernd aufladen musst. Ich denke auch, dass literarisches Schreiben eine Kunst ist. Ich hoffe, du liest meine Beiträge nicht unter dem literarischen Aspekt. Oft möchte ich meinen Stil verbessern, aber es ist schwer, etwas zu ändern.

    • Heike sagt:

      Ich muss mal Michael auf Alditalk ansetzen, klar, da stimmt was nicht. Und Ines, wie kannst du nur schreiben, du hoffst nicht….?! Erstens kommt solches Schreiben bei uns gar nicht vor. Die Gefahr besteht erst bei größeren Formaten. Und offenbar wurde den Teilnehmerinnen gesagt, sie sollten Dialoge schreiben im Wechsel mit sowas wie einem inneren Dialog. Da aber braucht es innerhalb eines Kurses eine aufrichtige Feedbackkultur, die offenbar nicht da war. Und es gibt auch ganz einfach Schreibregeln, die zu beachten unglaublich lohnt. Die waren offenbar ganz und gar unbekannt, eine persönliche Note (wie bei uns) war aber auch nicht erkennbar. Man kann jemanden mit derart langatmigen, schwerfälligen Reden und Gegenreden seitenlang nicht auf die lesende Menschheit loslassen. Die Teilnehmerin ist vielleicht aber selber einfach so, ich merke ja auch bei mir, dass sie zwar wahnsinnig nett und beseelt ist, aber nicht gerade eine Schreiberin mit charakteristischen Merkmalen. Ich sollte vielleicht echt eher nichts sagen, aber es war eben ein wichtiger Baustein meines Tages. Gleichzeitig bin ich doch dann auch so überglücklich, wenn ich mich an Sprache oder Ausdruck freuen kann und das tue ich exzessiv mit uns im Kreis.

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